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Evangelische Kirchengemeinde Bischofsheim

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Kleines Lexikon zu Kirche & Glauben

Buchstabe E:

Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)

Die Evangelische Kirche in Deutschland ist ein Bund, oder eine Art Dachorganisation aus 22 recht unterschiedlichen und selbständigen evangelischen Landeskirchen. Sie wurde 1948 gegründet und hat nach Innen die Aufgabe die Gemeinschaft der in lutherischer, reformierter oder unierter Tradition stehenden Gliedkirchen zu fördern und zu stärken. Ferner nimmt die EKD für ihre Gliedkirchen überregionale Aufgaben war, zum Beispiel durch Einrichtungen von gesamtkirchlicher Bedeutung, oder als Gesprächs- und Verhandlungspartner mit staatlichen Stellen. Nach Außen vertritt sie deshalb sowohl national, wie international gesamtkirchliche Anliegen und nimmt zu gesellschaftlichen Themen öffentlich Stellung.

Die EKD ist allerdings nicht der einzige Kirchenbund des deutschen Protestantismus. Erwachsen aus den unterschiedlichen Ansätzen der Reformation, oder aber auch aus der geschichtlichen Entwicklung gibt es neben der EKD noch die Vereinte Evangelisch-Lutherische Kirche in Deutschland (VELKD) und den Reformierten Bund, die jeweils auch in ihre entsprechenden weltweiten Organisationen (Lutherischer Weltbund und Reformierter Weltbund) eingebunden sind. Daneben gab es auch noch die Evangelische Kirche der Union (EKU), die auf die Vereinigung von lutherischen und reformierten Kirchen im Preußen des beginnenden 19. Jahrhunderts zurück ging. 1960 entstand schließlich noch aus unierten und reformierten Landeskirchen die Arnoldshainer Konferenz (AKf). Sie hatte es sich zur Aufgabe gemacht, Übereinstimmungen in den wesentlichen Bereichen des kirchlichen Lebens und Handelns zu fördern und die Einheit der EKD zu stärken. Mitgliedskirchen der AKf waren: die EKU und deren sieben Mitgliedskirchen, sowie die Evangelische Landeskirche in Baden, die Bremische Evangelische Kirche, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, die Lippische Landeskirche, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg, die Evangelische Kirche der Pfalz, die Evangelisch-reformierte Kirche (Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland) und - als "Gastkirche" - die Evangelische Landeskirche in Württemberg.

Am 1. Juli 2003 entstand aus dem Zusammenschluss nahezu aller Mitgliedskirchen der AKf mit der EKU die Union Evangelischer Kirchen (UEK). Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die konfessionelle Aufspaltung des deutschen Protestantismusses zu überwinden und in ihrem Gründungsvertrag sich verpflichtet, jeweils zum Ablauf der sechsjährigen Amtsperiode ihrer Organe durch die Vollversammlung prüfen zu lassen, ob das angestrebte Ziel einer verbindlichen Gemeinsamkeit aller Gliedkirchen der EKD "so weit verwirklicht ist, dass ein Fortbestand der Union in ihrer bisherigen Form entbehrlich ist".

Die demokratisch verfaßten und gewählten Leitungsgremien der EKD sind:

  • Die Synode: Sie hat die Aufgabe, Angelegenheiten, die die EKD betreffen, zu beraten und über sie zu beschließen. Dazu gehören Kirchengesetze, Vorlagen des Rates und der Kirchenkonferenz, Anträge und Eingaben. Sie betshet aus 126 Mitgliedern. 106 Synodale werden durch die Synoden der 22 Gliedkirchen gewählt, 20 Synodale beruft der Rat unter besonderer Berücksichtigung von Persönlichkeiten, die für das Leben der Gesamtkirche und die Arbeit der kirchlichen Werke Bedeutung haben.
  • Der Rat: Er leitet die EKD in allen Angelegenheiten, die nicht ausdrücklich anderen Organen vorbehalten sind. Insbesondere soll er für die Zusammenarbeit der kirchlichen Werke und Verbände in allen Bereichen sorgen, die evangelische Christenheit in der Öffentlichkeit vertreten und zu Fragen des religiösen und gesellschaftlichen Lebens Stellung nehmen. Ihm gehören für sechs Jahre 15 Mitglieder, Laien und Theologen, an, von denen 14 gemeinsam von Synode und Kirchenkonferenz gewählt werden; die oder der Präses der Synode ist 15. Mitglied kraft Amtes. Der oder die Vorsitzende des Rates, sowie der oder die stellvertretende Vorsitzende des Rates, werden aus der Mitte der Ratsmitglieder von der Synode und der Kirchenkonferenz gemeinsam in getrennten Wahlgängen mit Zweidrittelmehrheit gewählt.
  • Die Kirchenkonferenz: Sie wird von den Leitungen der Gliedkirchen gebildet. Gliedkirchen mit mehr als zwei Millionen Kirchenmitgliedern haben in ihr zwei Stimmen, die anderen Gliedkirchen haben eine Stimme.In der Kirchenkonferenz und in ihrer Arbeit findet die direkte Mitverantwortung und Einflußnahme der Landeskirchen für den Weg der EKD ihren Niederschlag.

Die "Zentrale" der EKD ist das Kirchenamt der EKD in Hannover.

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Emmausjünger

Im Lukas-Evangelium (24,13ff.) wird erzählt, wie zwei Jünger Jesu sich am Ostertag von Jerusalem aus auf den Weg in das nahe Dorf Emmaus machten. Unterwegs begegnen sie dem auferstandenen Christus, erkennen ihn aber nicht. Gefragt nach dem Grund ihrer Trauer erzählen sie ihm vom Kreuzestod Jesu, aber auch von der Nachricht der Frauen, die am frühen Morgen das Grab leer gefunden hatten. Daraufhin erklärt Jesus ihnen die Bedeutung der Geschehnisse. In Emmaus angekommen laden die beiden Jesus ein bei ihnen zu nächtigen. Beim gemeinsamen Essen bricht Jesus in bewusster Anlehnung an das Abendmahl das Brot und die beiden erkennen ihn. Im gleichen Moment ist Jesus vor ihren Augen verschwunden und sie kehren nach Jerusalem zurück, um den anderen Jüngern von ihrem Erlebnis zu erzählen.

Die Geschichte verweist damit die Frage nach dem Auferstandenen an die Wort- und Abendmahlsverkündigung. Sie ist zugleich aber auch eine Weggeschichte, mit der der Auferstehungsglaube als Prozess beschrieben wird.

Mit unserem Ökumenischen Osterspaziergang zeichnen wir diese Geschichte ein wenig nach und versuchen damit die Osterbotschaft erlebbar zu machen.

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Ende des Kirchenjahres

Das Kirchenjahr endet am Sonntag vor dem 1. Advent. Dieser Sonntag - im Volksmund "Totensonntag" genannt, weil an ihm in vielen Gemeinden auch der Verstorbenen des zu Ende gehenden Kirchenjahres gedacht wird - heißt in der Evangelischen Kirche eigentlich "Letzter Sonntag im Kirchenjahr" oder auch "Ewigkeitssonntag". Damit schließt sich auch ein theologischer Kreis: Thema des Ewigkeitssonntages ist Gottes Zukunft mit der Schöpfung und den Geschöpfen und damit verknüpft die Frage nach der Wiederkunft Christi. Das Christentum hat hier bestimmte Messiaserwartungen des Judentums übernommen: Die Erzählung von Christi Himmelfahrt (Apostelgeschichte 1) lehnt sich an die Überlieferung von der Himmelfahrt des Propheten Elia (2. Könige 2) an, der die Vorstellung vom wiederkommenden Messias entscheidend prägte. So leitet der Ewigkeitssonntag bereits zur Adventszeit über.

Die Sonntage davor werden im kirchlichen Kalendarium rückwärts gerechnet. Entsprechend gibt es einen Drittletzten Sonntag im Kirchenjahr und einen Vorletzten Sonntag im Kirchenjahr.

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Engel

Das Wort Engel stammt von dem griechischen angelos, was "Bote, Gesandter" heißt. Als Boten bzw. Gesandte im Auftrag Gottes können in der Bibel auch Menschen auftreten. Als "himmlische Boten" begegnen sie in den biblischen Schriften erst unter persischem Einfluss, also nach der babylonischen Gefangenschaft.

Zwischen 605 und 538 v. Chr. wurden in mehreren Etappen die Jerusalemer Oberschicht, Beamte und Handwerker von den Babyloniern ins Exil nach Babylon geführt. Die Erfahrung der Zerstörung des Jerusalemer Tempels (des Wohnsitz Gottes), das Leben in der Fremde und die Begegnung mit anderen kulturellen und religiösen Vorstellungen beeinflusste den jüdischen Glauben nachhaltig.

Gott ist für das nachexilische Israel zum Schöpfer und Weltenherrscher geworden. Damit verbunden ist auch eine größere Distanz zwischen Gott und Mensch. Die Engel überwinden zum einen diese Distanz, zum anderen sind sie Ausdruck des Hofstaates Gottes, also Teil eines hierarchischen Gottesbildes. Dazu gehören auch die Rangstufen innerhalb der Engelwelt, die in der Vorstellung von den Erzengeln (dahinter steckt das griechische Wort 'arche' = erster) begegnet. Namentlich genannt werden Michael (Dan 10,13.21; 12,1; Offb 12,7), Gabriel (Dan 8,16; 9,21; Lk 1,19.26), sowie Raphael und Uriel in den Apokryphen.

Häufig begegnen Engel auch als Ausdruck des Schutzes, den Gott dem Volk Israel oder einzelnen Menschen angedeihen lässt. Daher rührt auch die Vorstellung von dem "Schutzengel". Im Neuen Testament begegnen Engel vor allem im Zusammenhang der Geburtsgeschichte im Lukas- und Matthäusevangelium und in den Osterberichten, sowie in der Apostelgeschichte. Haben sie in den Evangelien vor allem die Aufgabe die göttliche Botschaft auszurichten, so handelt es sich in der Apostelgeschichte um Schutzfunktionen. In der Offenbarung des Johannes wird das vereinzelt im Alten Testament vorkommende Motiv des Gerichtsengels wieder aufgenommen.

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Epiphanias

Das Fest der Erscheinung, das am 6. Januar begangen wird, entstand am Ende des 3. bzw. Anfang des 4. Jh., vermutlich als Ersatz für das heidnische Fest der Geburt des Gottes Aion durch die Jungfraugöttin Kore, das in der Nacht vom 5./6.1. gefeiert wurde. So gehörte zum Festinhalt zunächst die Geburt und Taufe Jesu. Später kamen weitere Evangelienberichte, wie die Anbetung der Magier, das Wunder zu Kana, die Speisung der Fünftausend hinzu. Aber bereits im 4. Jh. wurde die Geburt Jesu von diesem Tag wieder abgelöst. Insbesondere in den westlichen Kirchen setzte sich von Rom aus der 25.12. als Geburtstag Christi durch. Die römische Kirche behielt aus der Fülle der biblischen Texte nur die Anbetung der Magier bei, weshalb der 6. Januar in unserem Kulturkreis bis heute Drei-Königs-Tag genannt wird. Im Protestantismus hatte dieser Tag lange Zeit überhaupt keine Bedeutung, hat aber in letzter Zeit im Zuge der sakramentalen Erneuerung durch die Konzentration auf die Taufe Jesu wieder ein gewisses Gewicht bekommen. Die armenische Kirche hingegen feiert bis auf den heutigen Tag die Geburt Jesu am 6. Januar.

Im Kirchenjahr erfüllen die Sonntage nach Epiphanias die Funktion eines Puffers zwischen dem Weihnachts- und dem Osterfestkreis. Da sich der Ostertermin nach dem ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang richtet, kann sich Ostern bis zu vier Wochen verschieben. Dementsprechend gibt es dann wenige oder mehrere (bis zu sechs) Sonntage nach Epiphanias.

(Siehe auch: Liturgische Farben)

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Erlösung

Im heutigen Sprachgebrauch wird von Erlösung im Wesentlichen nur noch im Zusammenhang mit dem Tod gesprochen: Er oder Sie ist erlöst, sagen wir und meinen damit das Ende von Leiden und schlimmer Krankheit.

Ursprünglich stammt der Begriff aus einem juristischen Zusammenhang: Menschen, die in einem materiellen Schuldverhältnis standen, oder in Abhängigkeit geraten waren, konnten losgekauft, erlöst werden. In der hebräischen Bibel, dem sogenannten Alten Testament, begegnet der Begriff im Zusammenhang mit der Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Sklaverei (2. Mose): Gott löst das Volk durch den Einsatz von Macht (10 Plagen) aus. Erlösung und Befreiung bekommen so die gleiche Bedeutung und Gott wird immer wieder als Ursprung für alles erlösende, befreiende Handeln benannt.

Da in späterer Zeit die Unfreiheit des Volkes Israels immer als Folge der Abwendung von Gott verstanden wird, rücken Befreiung von Fremdherrschaft und Unterdrückung einerseits und Schuldvergebung andererseits dicht zusammen. In der griechischen Bibel, dem sogenannten Neuen Testament, versteht vor allem Paulus das Erlösungshandeln Gottes als Befreiung von der Macht der Sünde. Paulus stellt dabei den Menschen als gegenüber der Macht der Sünde in Sklaverei geraten vor, aus der er freigekauft, erlöst werden muss. Dieser Freikauf geschieht für Paulus durch den Opfertod Jesu. Auch hier bilden bestimmte juristisch-religiöse Vorstellungen aus dem alten Israel den Hintergrund: Jesus ist das Opferlamm, der Preis, der für die Erlösung (von Gott) gezahlt werden muss.

Dieses Verständnis des Kreuzestodes Jesu findet sich auch in fast allen Passionsliedern des Evangelischen Gesangbuches wieder. Gerade in der neueren Theologie werden an diese Sicht Fragen gestellt, da daraus oft das genaue Gegenteil von Erlösung und Befreiung des Menschen abgeleitet wurde: Der Kreuzestod Jesu wurde zum "Pfahl" im Gewissen der Christenheit. Der daraus ständig erwachsende Schuldvorwurf, wurde in der Geschichte oft genug dadurch zu kompensieren gesucht, das andere Schuldige gesucht und gefunden wurden. Der christliche Antijudaismus hat hier oft genug Nahrung gesucht und gefunden - leider! Demgegenüber wird heute der Kreuzestod Jesu viel mehr als Konsequenz aus seinem Leben verstanden: Kernstück der Botschaft Jesu war das unbedingte Vertrauen zu Gott. Dieses Vertrauen auch zu leben, brachte ihn unweigerlich in Konflikt mit den Mächtigen seiner Zeit. Sich diesem Konflikt (und damit dem Kreuz) zu entziehen aber hätte bedeutet unglaubwürdig zu werden. So wurden Kreuz und Auferstehung zur Bestätigung seines Vertrauens auf die Liebe Gottes.

Durch dieses andere Verständnis des Kreuzestodes Jesu kann auch das Erlösungsverständnis wieder geweitet werden und im theologischen Denken unserer Zeit der Befreiungsgedanke aus materieller Abhängigkeit und Unterdrückung wieder deutlicher hervorgehoben werden. Gerade in der Auseinandersetzung mit Diktaturen, mit Apartheid, oder - ganz aktuell - im Zusammenhang mit dem Schuldenerlass in der sogenannten dritten Welt, kommt dies zum tragen.

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Erntedank

Schon im Alten Testament werden Dankfeste für die Ernte gefeiert. So etwa das Wochenfest (Schawuot), das 49 Tage nach dem Pessachfest gefeiert wird und den Hintergrund der neutestamentlichen Pfingstgeschichte bildet. Zu Schawuot wird vom Erstschnitt des Weizens zwei Brote aus Weizenmehl, je aus einer Garbe gebacken, im Jerusalemer Tempel dargebracht. Im Herbst wird das Laubhüttenfest (Sukkoth) aus Anlass der Obst- und Weinernte gefeiert.

Auch in anderen Kulturen der Antike gab es Feste zum Dank für die Ernte und die christliche Kirche hat schon im Mittelalter Messen zum Erntedank gefeiert. Der Termin lag häufig auf dem letzten Sonntag im September.

Im Bereich der evangelischen Kirche wurde schon in der Reformationszeit der Michaelistag (29.9.) oder einer der benachbarten Sonntage für den Erntedank ausgewählt, zu dem besonders in ländlichen Gemeinden auch besondere Erntedankpredigten zur festen Sitte wurden.

In Preußen wurde das Erntedankfest 1773 offiziell eingeführt und auf den Sonntag nach Michaelis gelegt. So ist es weitgehend auch bis heute üblich. In manchen Gegenden allerdings kann das Erntedankfest auch früher, nämlich nach der Kornernte, oder später (nach der Weinlese) liegen.

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Erwählung

Insbesondere im ersten Teil der Bibel ist immer wieder davon die Rede, dass Gott Menschen auserwählt hat. So zum Beispiel die Eheleute Sarah und Abraham (1. Mose 12), Mose und Aaron (Psalm 105,26), König David (1. Samuel 16), oder auch der Prophet Jeremia (Jeremia 1). Auch vom Volk Israel heißt es, dass es das auserwählte Volk Gottes sei (5. Mose 7,6).

Im zweiten Teil der Bibel ist von Erwählung entweder ebenfalls in Bezug auf das Gottesvolk Israel (Apostelgeschichte 13, 17), oder aber in Übertragung auf das "neue Gottesvolk", die christliche Gemeinde, die Rede. Auch vom Jüngerkreis Jesu wird gesagt, dass Jesus sie sich erwählt habe. Auffällig dabei ist, dass nirgendwo mit dieser Erwählung ein besonderer Verdienst oder eine Vorleistung verbunden ist. Im Gegenteil, der Apostel Paulus spricht davon, dass Gott sich das Törichte und Schwache erwählt habe. (1. Korintherbrief 1). Dementsprechend ist mit der Erwählung auch nie eine besondere Auszeichnung oder Hervorhebung von Menschen verbunden, sondern eine besondere Aufgabe und Verantwortung.
Erwählt ist niemand für sich selber, sondern immer nur für Andere.

Angeregt durch den apokalyptische Vorstellungen, in denen die Vorstellung eines endzeitlichen Gerichtes besonders betont wird, ist dem Erwählungsgedanken häufig der Verwerfungsgedanke zur Seite gestellt worden. Damit ist aber der so wesentliche Aspekt, das Gott aus freiem Willen und zur Umsetzung dieses Willens sich Menschen erwählt, aufgegeben. Im Gegensatz zu dem ursprünglichen Erwählungsgedanken ist hier der Spekulation über Erwählung und Verwerfung Tür und Tor geöffnet und der Erwählungsgedanke wird nur zu schnell zum persönlichen Verdienst.

Auch in der antisemitischen Propaganda wurde Menschen jüdischen Glaubens aufgrund der biblischen Rede von der Erwählung Israels Arroganz unterstellt, dabei aber bewusst ignoriert, dass mit dieser Erwählung in der Geschichte neben der erwähnten Verantwortung auch immer eine übermäßige Belastung verbunden war. Dem Rechnung tragend hat sich die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau 1998 folgenden Passus in den Grundartikel der Kirchenordnung eingefügt:

"Aus Blindheit und Schuld zur Umkehr gerufen, bezeugt sie (Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau) neu die bleibende Erwählung der Juden und Gottes Bund mit ihnen. Das Bekenntnis zu Jesus Christus schließt dieses Zeugnis ein."

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Evangelien

Der Begriff stammt von dem griechischen Wort "Euangelion" (= gute Nachricht). Damit ist sowohl die christliche Botschaft insgesamt, als auch die besonderen literarischen Formen der Bibel gemeint, die über Jesu Wirken und Verkündigung berichten.

In der urchristlichen Literatur der ersten beiden Jahrhunderte finden sich zahlreiche Evangelien, von denen aber letztlich nur vier Aufnahme in den neutestamentlichen Kanon fanden:

  • Matthäus
  • Markus
  • Lukas
  • Johannes

Alle Evangelien sind mit deutlichem Abstand zum Leben Jesu geschrieben worden. Anlass könnte der Verlust der Jerusalemer Basis der frühen Christenheit durch die Zerstörung der Stadt durch die Römer (70 n.Chr.), aber auch die ersten Christenverfolgungen unter Kaiser Nero und das Aussterben der Zeitzeugen gewesen sein. Während die ersten drei Evangelien deutliche Parallelen und literarische Abhängigkeiten voneinander aufweisen, ist das Johannesevangelium vergleichsweise eigenständig und vermutlich auch in größerem zeitlichem Abstand zum Leben Jesu entstanden. Aber keines der vier Bücher will eine Biographie in unserem heutigen Verständnis sein, sondern tatsächlich Evangelium, also Verkündigung.

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Evangelien- Symbole

Auf vielen Darstellungen in Kirchen werden die vier Evangelisten entweder zusammen mit einem Symbol, oder durch ein Symbol in Verbindung mit einem Buch dargestellt. Dabei steht für

  • Matthäus = Mensch oder Engel
  • Markus = Löwe
  • Lukas = Stier
  • Johannes = Adler

Ab dem 4. Jahrhundert findet sich diese Verwendung. Ihr Ursprung ist allerdings wesentlich älter. Sie stammen aus babylonischen Mythen, denen sie auch ihre Darstellung mit Flügeln verdanken. Dort bezeichneten sie Astralgötter. Auch in der Bibel haben sie ihren Niederschlag gefunden. Im Prophetenbuch Hesekiel (= Ezechiel) wird im 1. Kapitel von einer Vision berichtet, in der auch diese vier Symbole erwähnt werden. In Offenbarung 4 umstehen die vier Symbole den Thron Gottes. Die Zuordnung zu den einzelnen Evangelien bezieht sich auf den jeweiligen Anfang, wobei Ungenauigkeiten in Kauf genommen werden:

  • Matthäus: Der Mensch erinnert an Jesu menschlichen Stammbaum
  • Markus: Der Löwe als Wüstentier erinnert an die Wüstenpredigt Johannes des Täufers
  • Lukas: Der Stier erinnert an das Opfer des Zacharias
  • Johannes: Der Adler bezieht sich wohl auf den entrückten, überirdischen Prolog

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Aktualisiert: 12.05.2016
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