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Evangelische Kirchengemeinde Bischofsheim

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Kleines Lexikon zu Kirche & Glauben

Buchstabe F:

Familiengottesdienst

Diese Gottesdienstform hat sich in den letzten Jahrzehnten überall dort entwickelt, wo nach einer Möglichkeit der gemeinsamen gottesdienstlichen Feier über Generationengrenzen hinweg gesucht wurde. Insofern ist der Begriff eigentlich nicht ganz richtig, richtet sich dieses Gottesdienstangebot doch nicht nur an Familien, sondern eben an Jung und alt.

Dem wird in der Regel auch in der Gestalt Rechnung getragen, in dem liturgische Elemente und Verkündigungsformen eingesetzt werden, die alle ansprechen sollen. In der Regel geht es in solchen Gottesdiensten deutlich lebhafter zu, als im "normalen" Erwachsenengottesdienst. Hin und wieder werden auch Formen der stärkeren Beteiligung der großen und kleinen GottesdienstbesucherInnen gesucht und entwickelt. Vor allem aber ist der Familiengottesdienst kein auf den/die Pfarrer/in zentrierter Gottesdienst, sondern wird auch von MitarbeiterInnen gestaltet.

In unserer Gemeinde finden Familiengottesdienste regelmäßig an Ostern, am letzten Sonntag vor den Sommerferien, zum Erntedankfest und am Heiligabend statt.

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Fasten

In vielen Religionen gibt es den Brauch des Fastens, einer zeitlich beschränkten Enthaltung oder Einschränkung vom Essen.

Die christliche Tradition kennt neben einzelnen Fastenstagen im Kirchenjahr zwei größere Fastenzeiten, nämlich die Advents- und die Passionszeit. Solche längeren Fastenzeiten hatten natürlich in früherer Zeit auch die helfende Funktion in jenen Monaten, in denen der natürliche Nachschub an Nahrung witterungsbedingt eingeschränkt war, mit dem Vorhandenen besser zurecht zu kommen. Aber auch in der Bibel wird immer wieder von bewusstem Fasten erzählt, das als eine Zeit der inneren Konzentration und Neubesinnung auf Gott, also der Buße verstanden wird.

Im Gegensatz zur katholischen Kirche, in der es durchaus eine Verpflichtung der Gläubigen zum Fasten gibt, kennt die evangelische Kirche keine Fastensvorschriften. Aber es gibt Aktionen, die auch evangelischen Christen einen bewussteren Umgang mit der eigenen Ernährung und den unterschiedlichen Lebensgewohnheiten anbieten, wie z.B. "7 Wochen ohne".

Beim Fasten werden zwei Arten voneinander unterschieden: Das eigentliche Fasten, das auf eine weitgehende Nahrungsenthaltung abzielt, und die Abstinenz, bei der auf bestimmte Speisen wie zum Beispiel Fleisch, oder Süßigkeiten, Alkohol, aber auch Zigaretten etc. verzichtet wird. Aber auch die Abstinenz von Gewohnheiten wie Fernsehen, Lustkaufen etc. ist denkbar.

All diesen Formen des Fastens ist gemeinsam, dass sie zu einem bewussteren Umgang mit den Dingen und zu einem bewussteren Leben anstiften. Gerade in einer Zeit, in der massenweise gemachte "Trends" das Leben und Verhalten des/der Einzelnen zu bestimmen versuchen, ist das Fasten eine Form der Selbsterziehung zum Nein-Sagen und damit der Persönlichkeitsstärkung.

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Feiertag

Siehe hierzu die Ausführungen zum Stichwort Kirchenjahr

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Feuerbestattung

Die Verbrennung von Verstorbenen findet sich in unterschiedlichen Kulturen, so war die Feuerbestattung und die anschließende Beisetzung der Asche in einer Urne auch bei den Römern bis ins zweite Jh. üblich, wurde dann aber von der Körperbestattung abgelöst.

Das Feuer galt in den ältesten Kulturen als Gabe der Götter und damit heilig. Dementsprechend wurden in Heiligtümern Flammen entzündet und gehütet. Die Verbrennung eines Leichnams könnte also ursprünglich eine Rückgabe des Menschen an die Götter und Heiligung (und meistens auch Reinigung) der Verstorbenen meinen.

Neben dem Aspekt der Reinigung und Heiligung spielen vielleicht auch Fruchtbarkeitsvorstellungen eine Rolle (Asche als Dünger), also Vorstellungen von Wiedergeburt.

Von Bedeutung ist deshalb sicherlich auch die Mythologie des Vogels Phoenix, der die Seele des Sonnengottes verkörperte und sich in gewissen Abständen selbst verbrennen sollte, um aus der Asche neu aufzusteigen. In der christlichen Kunst wurde der Phoenix deshalb zum Symbol der Auferstehung Christi.

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FriedensDekade

Der Begriff meint die zehntägige Zeit vom drittletzten Sonntag im Kirchenjahr bis zum Buß- und Bettag (von griechisch "deka"=10). Die Idee zu einer Friedenswoche, in der das Engagement der Christen für Friedensfragen gestärkt werden soll, stammt aus den Niederlanden. 1979 wurde diese Idee auf der Vollversammlung des Ökumenischen Jugendrates in Europa allen Mitgliedern nahe gelegt.

FriedensDekade-Logo

Nahezu zeitgleich wurde diese Anregung 1980 in West- und Ostdeutschland aufgenommen. in der ehemaligen DDR etwa wurde die zerstörte Frauenkirche in Dresden ein Symbol der Friedensarbeit im sächsischen Jugendpfarramt. Von Anfang an war das Symbol "Schwerter zu Pflugscharen" das Kennzeichen der FriedensDekaden in der DDR. Es wurde von vielen Jugendlichen als Aufnäher getragen, was häufig zu Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht führte. Dabei zeigte es pikanter Weise eine Skulptur, die die Sowjetunion 1959 der UNO geschenkt hatte, und die bis heute im im Garten des UNO-Hauptgebäudes in New York City steht. Auch um die Friedensbewegung in der DDR zu unterstützen und ihren Protest öffentlich zu machen, wurde das Symbol dann auch in Westdeutschland übernommen. mehr...

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Fronleichnam

Der Name leitet sich aus dem mittelhochdeutschen "fron" (zum Herrn gehörig) und "lichnam" (lebender Leib) ab. Das Fest wird jeweils am Donnerstag nach Trinitatis, also 60 Tage nach 60 Ostern gefeiert. Es bezieht sich auf die Einsetzung und den Vollzug des Abendmahles: "Dies ist mein Leib".

Das katholische Fest geht auf eine Vision der Augustinernonne Juliana von Lüttich (1193-1258) zurück, in der sie den Vollmond mit einem abgebrochenen Stück gesehen und von Christus die Deutung erhalten habe, dass dem Kirchenjahr ein Fest fehle, an dem die Einsetzung des Altarsakramentes in feierlicher Weise begangen werde.

Schon bald wurde das Fest mit einer Prozession verbunden, bei der die geweihte Hostie in einem entsprechenden Gefäß (Monstranz) umhergetragen wurde. Sie sollte die "Gewitterdämonen" abwehren. Vom 14. Jahrhundert an wurde mit der Monstranz auch eine Segnung vollzogen, so bis heute im Mainzer Dom.

Martin Luther empfand das Fest und ganz besonders die Prozession als Gotteslästerung und lehnte beides dementsprechend ab. Als Reaktion darauf wurde das Fest mit dem Konzil von Trient (1545 - 63) zur antireformatorischen Demonstration. Entsprechend heftig waren die Auseinandersetzungen um das Fest in der Folge, vor allem in gemischt-konfessionellen Gebieten.

Mit der Aufklärung wurde der mit der Zeit immer mehr gesteigerte Pomp der Prozession deutlich zurück geschraubt, die Fronleichnamsprozession 1959 schließlich in einer Erklärung der römischen Ritenkongregation nicht mehr als "Pflichtveranstaltung", sondern als "fromme Übung" verstanden.

Heute wird die Prozession, in der die Monstranz mit der Hostie vorangetragen wird, oft als sinnhafte Darstellung der Nachfolge Christi verstanden. Der antireformatorische Duktus ist weitegehend verschwunden.

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Aktualisiert: 12.05.2016
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