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Evangelische Kirchengemeinde Bischofsheim

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Kleines Lexikon zu Kirche & Glauben

Buchstabe G:

Gebote

Die zehn Gebote gehören wohl zu den bekanntesten Sätzen des Alten Testamentes, wenn nicht der Bibel überhaupt. Im 2. Buch Mose (Exodus) wird erzählt, dass Mose sie auf zwei Steintafeln von Gott selbst empfangen hat. Seither sind zwei die beiden Steintafeln sowohl im Judentum, wie im Christentum zum Symbol für die Gebote geworden. Auch die aus der jüdischen Tradition (5. Buch Mose) stammende Zusammenfassung "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst.", trägt dem Rechnung, werden doch die Gebote der Gottesliebe (1-3) und die Gebote der Nächstenliebe (4-10) jeweils einer Tafel zugeordnet.

Dabei hat die Zahl 10 vermutlich keine religiöse, sondern eine praktische Bedeutung. Die Gebote waren als religiöser und moralischer Grundbestand gedacht der auch von Kindern auswendig gelernt werden sollte und den sie sich an ihren 10 Fingern abzählen konnten.

Martin Luther hat allerdings die biblische Fassung durch Kürzungen und Umstellungen nachhaltig verändert. So hat er die nähere Selbstbezeichnung Gottes im ersten Gebot "Ich bin dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat" (sprich: der deine Freiheit will) ebenso gestrichen, wie das ursprüngliche Bilderverbot des zweiten Gebotes. Um wieder auf die Zahl 10 zu kommen hat er dann das letzte Gebot aufgeteilt. Schließlich wurde aus dem jüdischen Sabbatgebot das Feiertagsgebot:

  1. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine andern Götter neben mir haben.
  2. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen.
  3. Du sollst den Feiertag heiligen.
  4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest im Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird.
  5. Du sollst nicht töten.
  6. Du sollst nicht ehebrechen.
  7. Du sollst nicht stehlen.
  8. Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
  9. Du sollst dich nicht lassen gelüsten deines Nächsten Hauses.
  10. Du sollst dich nicht lassen gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochsens, noch seines Esels, noch alles, was dein Nächster hat.

Insbesondere die Gebote der zweiten Tafel haben eine große kulturgeschichtliche Wirkung im Laufe der Menschheitsgeschichte gehabt, gingen sie doch in unzählige staatliche Gesetzbücher ein und sind auch zum Großteil in den Formulierungen der allgemeinen Menschenrechte enthalten. Trotzdem muss gerade aus jüdisch/christlicher Sicht daran festgehalten werden, dass beide Tafeln, also Gottes- und Nächstenliebe untrennbar zusammen gehören.

Auch heute noch erweisen sich die Gebote als hilfreiche moralische und religiöse Richtschnur in einer Welt, in der Egoismus und Machtgier Menschen ihrer Würde und Freiheit berauben.

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Geld

Natürlich kostet kirchliche Arbeit auch Geld. In Deutschland wird dieses Geld vor allem durch die Kirchensteuer aufgebracht. Sie ersetzt das, was bei anderen Organisationen die Mitgliedsbeiträge sind. Dabei zahlt aber nur Kirchensteuer, wer auch Lohn- oder Einkommensteuer bezahlt. Kinder und Rentner sind also kostenlos Kirchenmitglied. Im Gegenteil: Kinder helfen sogar noch den Mitgliedsbeitrag ihrer Eltern zu reduzieren. Da Familien in der Lohn- und Einkommenssteuer gegenüber kinderlosen Ehepaaren günstiger behandelt werden, sinkt auch entsprechend der Kirchensteuersatz.

Neben der Kirchensteuer finanziert sich kirchliche Arbeit aber auch über Spenden und Gebühren. Gerade die Arbeitsfelder im Bereich der Diakonie sind auf diese zusätzlichen Einnahmequellen angewiesen. So wird beispielsweise die Katastrophenhilfe des Diakonischen Werkes, oder die Projektunterstützung durch Brot für die Welt im wesentlichen aus Spenden bestritten, die dafür notwendige organisatorische Infrastruktur aber komplett aus Kirchensteuermitteln bezahlt.

Gebühren fallen vor allem in sozialen Einrichtungen an: Kindergartenbeiträge, Kosten für Heim- und Pflegeplätze, Erstattungen von Sozialversicherungsträgern - alle diese Dinge sind gesetzlich und unabhängig vom Träger einer Einrichtung geregelt. Im hessischen Kindergartengesetz beispielsweise ist bei den sogenannten freien Trägern eine Drittelfinanzierung vorgesehen: Ein Drittel der Kosten muss der Träger selbst aufbringen, ein Drittel wird von der öffentlichen Hand dafür erstattet, dass der Träger kostengünstig öffentliche Aufgaben wahrnimmt, und ein Drittel sollen durch Gebühren erwirtschaftet werden. Tatsächlich lag und liegt häufig der Eigenbeitrag kirchlicher Kindergärten höher: Wenn zum Beispiel ein kirchlicher Kindergarten einer Kirchengemeinde angegliedert ist und ein Pfarrer oder eine Pfarrerin den Vorsitz im Kirchenvorstand hat, dann sind mit diesem Vorsitz auch Verwaltungsaufgaben für den Kindergarten verbunden, wie zum Beispiel die Personalführung, die aber im Etat des Kindergartens gar nicht auftauchen, weil die Arbeitszeit des Pfarrers/der Pfarrerin aus Kirchensteuermitteln der Landeskirche bezahlt wird.

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Glocken

Zwar gelten - zumindest ab einer gewissen Größe - Glocken heute weithin als etwas typisch Christliches, tatsächlich aber wurden die ersten gegossenen Glocken bereits 1000 v.Chr. in China gefertigt. Es waren die Kelten, die als bekannter Maßen gute Erzgießer, die Glocke über Vorderasien in den Mittelmeerraum und nach Mitteleuropa brachten. Daneben verbreitete sich die Glocke von Asien aus über Russland auch nach Skandinavien. Dabei entstanden die ersten größeren Glocken mit fester Aufhängung, die durch einen Hammer oder einen Klöppel zum Klingen gebracht wurden.

Die Glocke war zunächst ein Signalinstrument und behielt diese Funktion auch bei, etwa wenn bei Feuer- oder Kriegsgefahr geläutet wurde. Im vorchristlichen religiösen Gebrauch wurde sie häufig als "Zaubermittel" eingesetzt, das Unheil fernhalten sollte, etwa bei Leichenzügen. Auch die heute noch gebräuchliche Kuh- oder Ziegenglocke hat hier ihren Ursprung.

Der frühen Christenheit galt das noch als "heidnischer" Brauch und entsprechend abfällig äußert sich der Apostel Paulus über die Glocke (1. Kor. 13, 1). In den christlichen Klöstern des Orients entstand dann der Brauch, mit dem Glockengeläut zum Gottesdienst oder anderen Versammlungen der Kostergemeinschaft zu rufen. Mit den ersten Klostergründungen in Mitteleuropa kam dieser Brauch auch zu uns und setzte sich bald auch außerhalb der Klöster durch.

Dabei wurde der Einladungscharakter durch den Hinweischarakter ergänzt, z.B. das Läuten bei der Wandlung in der katholischen Messfeier, oder auch als Erinnerung an die täglichen Gebetszeiten, woraus das heute noch übliche Tagzeitenläuten entstand.

Idealer Weise soll das mehrstimmige Geläut durch den Einsatz unterschiedlicher Glocken und Glockengruppen auf die unterschiedlichen Anlässe hinweisen, z.B. dadurch, dass das volle Geläut den christlichen Festtagen vorbehalten bleibt, zum Sonntagsgottesdienst mit den drei tiefsten, zu anderen Gottesdiensten und Andachten mit einer hohen Glockengruppe eingeladen wird. Wie die Glocken im Einzelnen berwendet werden, muss der Kirchenvorstand in einer "Läuteordnung" festlegen.

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Gründonnerstag

Der Donnerstag der Karwoche. Die Herleitung des Namens ist umstritten. Mitunter wird er auf den mittelalterlichen Brauch bezogen, an diesem Tag die vom Abendmahl ausgeschlossenen Sünder nach der vierzigtägigen Fastenzeit wieder aufzunehmen. Im Bild von Lukas 23,31 haben sie damit wieder Anteil am "grünen Holz".

Wahrscheinlicher aber ist wohl, dass sich der Name von dem mittelhochdeutschen grinen (= weinen) ableitet, was sich sowohl auf die erwartete Bußfertigkeit der Sünder, als auch auf das Zagen Jesu vor seiner Gefangennahme bezieht: Die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas berichten, dass Jesus sich an seinem letzten Abend mit wenigen seiner Freunde in einen Garten vor den Toren Jerusalems zurückgezogen hat, wo er im Gebet seine Angst vor dem Kommenden besiegte. Dort wurde er dann auch verhaftet. Zuvor aber hatte er in Jerusalem ein letztes Mal den Beginn des jüdischen Passahfestes gefeiert und das traditionelle Mahl auf sich umgedeutet. Die Christenheit feiert deshalb am Gründonnerstag die Einsetzung des Abendmahles.

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Aktualisiert: 12.05.2016
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