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Evangelische Kirchengemeinde Bischofsheim

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Kleines Lexikon zu Kirche & Glauben

Buchstabe H:

Heilig(e)

Die evangelische Kirche lehnt eine Verehrung im Sinne der Anbetung von Heiligen ab, trotzdem können Heilige auch in der evangelischen Kirche ihre Bedeutung haben.

In vielen alten Heiligenlegenden sind weit weniger historische Begebenheiten festgehalten, als vielmehr personifizierte Auslegungen der biblischen Botschaft; sie sind - wenn man so will - kleine Erzählpredigten und haben als solche nicht nur ihre Bedeutung und ihren Wert, sondern sind auch bis zum heutigen Tage zur Veranschaulichung geeignet.

Auch die evangelische Kirche kennt so etwas wie "Vorbilder des Glaubens", die uns eine konkrete Vorstellung davon geben können, woran sich christlicher Glaube und christliches Leben zu orientieren hat: Dietrich Bonhoeffer oder Martin Luther King sind solche Beispiele aus neuerer Zeit. Für evangelische Christen ist zum Beispiel auch die katholische Ordensschwester Theresa, die sich in den Armenvierteln der indischen Millionstadt Kalkutta engagierte, ein Vor- und Leitbild. Ähnliches kann aber auch für Menschen der weiteren Vergangenheit gelten.

Gerade in einer Zeit, in der immer mehr Menschen Probleme mit der ethischen und religiösen Orientierung haben, hat diese "Wolke der Zeugen", wie es in der Bibel genannt wird, eine wichtige Funktion.

Sicherlich gibt es in der katholischen Tradition aber auch Heilige, mit denen evangelische Christen wenig oder nichts anfangen können.

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Heiligabend

Der Heiligabend ist der Vorabend des Weihnachtsfestes. Nach biblischem Zeitverständnis beginnt der Tag mit dem Abend, genauer gesagt, dem Sonnenuntergang. Insofern ist der Heiligabend also kein eigener Feiertag, sondern der Beginn des Weihnachtsfestes. Dem wurde dadurch Rechnung getragen, dass ursprünglich am Heiligabend nur eine vorbereitende Andacht gehalten wurde, die Christvesper. Inzwischen ist sie zum Hauptgottesdienst und der Heiligabend zum Hauptfesttag geworden.

Reste der ursprünglichen Tradition finden sich noch in den angelsächsichen Ländern, wo beispielsweise die volkstümliche "Bescherung" erst am Morgen des Weihnachtstags (25.12.) stattfindet.

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Himmel

Die biblischen Vorstellungen vom Himmel sind noch ganz und gar von den Vorstellungen des Altertums geprägt, denen zufolge die Erde eine auf Säulen über den Urfluten ruhende Scheibe ist, über der sich der Himmel wie eine gläserne Halbkugel wölbt.

Zu diesem Weltbild gehört auch, dass der Himmel die Erde von der göttlichen Welt trennt. Der biblische Glaube hat aber innerhalb des langen Entstehungsprozesses der Bibel ganz unterschiedliche Vorstellungswelten und kulturelle Vorstellungen durchlaufen. Deshalb wird die Gegenwart Gottes nie nur "jenseitig", sondern durchaus auch "diesseitig" verstanden, so dass der Begriff "Himmel" durchaus nicht nur einen geographischen Ort bezeichnete, sondern eigentlich noch viel mehr eine Verhältnisbestimmung zu Gott. Anders ausgedrückt: Gott ist nicht im Himmel, sondern der Himmel ist, wo Gott ist.

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Himmelfahrt

40 Tage nach Ostern feiert die Christenheit ein Fest, das wahrscheinlich bei der Einführung der Pflegeversicherung als zweiter staatlicher Feiertag (nach dem Buß- und Bettag) gestrichen worden wäre, wenn da nicht der große Einfluss von Freizeitindustrie und Gaststättengewerbe gewesen wäre. Denn längst ist dieser Tag mehr als Vatertag, denn als christlicher Feiertag bekannt.

Tatsächlich haben auch engagierte Christen mit diesem Tag so ihre Probleme. Die Vorstellung, dass Christus raketengleich in den Wolken verschwunden sein soll, ist angesichts von Raumfahrt und Astronomie schwer aufrecht zu erhalten. Berichtet wird von diesem Ereignis so richtig eigentlich nur am Anfang der Apostelgeschichte des Lukas, sozusagen der Auftakt für das, was der Evangelist dann in seinem zweiten Buch über das entstehende Christentum schreibt. Nachdem die JüngerInnen über einen symbolischen Zeitraum von 40 Tagen (40 Tage Sintflut, 40 Tage bleibt Mose auf dem Sinai, 40 Jahre wandert das Volk Israel durch die Wüste, 40 Tage ist der Prophet Elia unterwegs, um am Berg Horeb Gott zu begegnen, 40 Tage fastet Jesus in der Wüste), mit dem in der Bibel immer eine Aus(nahme)zeit beschrieben wird, den auferstandenen Jesus in Wort und Mahl erlebt haben, vollzieht sich die Trennung: Jesus segnet sie und wird dann vor ihren Augen weggenommen.

Verschiedene Motive können bei dieser Erzählung Pate gestanden haben: Auch von dem Propheten Elia wird erzählt, dass er am Ende seiner Wirksamkeit von der Seite seines Schülers in den Himmel fährt (1.Könige 2). Dieser Prophet Elia aber gehört unter anderen zu den Prototypen des von den Zeitgenossen Jesu erwarteten Messias. Immer wieder wird Jesus in den Evangelien mit diesem Elia verglichen, werden Geschichten in enger Anlehnung an Berichte aus den beiden Königsbüchern erzählt, um damit auszudrücken: Jesus von Nazareth ist der endzeitliche Prophet, auf den wir warten.

Das ein lieber Mensch vor ihren Augen weggenommen wird, das erlebte aber auch die frühe Christenheit, die doch eigentlich fest damit rechnete, dass das ersehnte Reich Gottes noch zu ihren Lebzeiten anbrechen würde. Nun aber starben immer mehr Christinnen und Christen der ersten Generation. Was war mit ihrer Hoffnung? Mit seinem zweiten Buch gibt der Evangelist Lukas genau darauf eine Antwort: Die Herrschaft des Heiligen Geistes bricht an. Das Leben als Gemeinde Jesu Christi ist kein vorübergehender Zustand, sondern von Jesus gewollt. Damit ist die Hoffnung auf Gottes Reich nicht zu Ende, vielmehr herrscht der Messias Jesus Christus bereits als rechte Hand Gottes. Dahinter steht die Vorstellung, dass das israelitische Königtum, das immer als Statthalterschaft Gottes verstanden wurde, sich mit dem endzeitlichen König, dem Messias, auf das ganze Universum ausweitet. Die Erzählung von der Himmelfahrt Christi nimmt also zugleich die Erfahrung der Urchristenheit auf und wendet sie: Die Himmelfahrt Christi ist die Thronbesteigung.

Aber können heutige Menschen mit diesen doch sehr mythologischen Vorstellungen noch etwas anfangen?

Hinter all diesen Bildern steckt letztlich ja doch die Frage, was uns mit denen verbindet, die uns wichtig sind, und was uns mit Gott verbindet. Die Antwort, die Lukas darauf gibt, heißt: Nicht die leibhafte Erfahrung, sondern das aus der Erfahrung gewonnene Tun: "Was steht ihr da und starrt in den Himmel?", lässt Lukas zwei Engel den JüngerInnen sagen. Und die erwachen aus ihrer Erstarrung und gehen los.

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Hirte(n)

Das Bild vom Hirten spielt in beiden Teilen der Bibel eine wichtige Rolle, ja ist fast so etwas wie der rote Faden für das biblische Menschenbild. Über einhundert Mal kommen die beiden Wortformen in der Bibel vor.

In dem Beruf des Hirten findet noch das Halbnomadentum des frühren Israels seinen Wiederhall, so wie es im 1. Buch Mose anhand der Urväter Abraham, Isaak und Jakob beschrieben wird. Eine Schlüsselstellung nimmt dabei aber bereits die Erzählung vom Brudermord in 1. Mose 4 ein, wo Abel als Hirte und Kain als Ackerbauer beschrieben werden. (In dem Zwist spiegelt sich u.U. der Konflikt zwischen den hebräischen Halbnomaden und den bäuerlichen, kanaanäischen Stadtstaaten wieder.) Nachdem Kain seinen Bruder erschlagen hat, wird er von Gott auf den Verbleib seines Bruders angesprochen und antwortet mit dem Wortspiel "Soll ich meines Bruders (der ja Hirte ist !) Hirte sein?". Die Frage aber beinhaltet bereits die Antwort: Ja, genau das wäre seine Aufgabe gewesen, genau das ist die Aufgabe jedes Menschen - so die durchgängige Antwort der Bibel.

Dementsprechend werden in den Alttestamentlichen Geschichten immer wieder Hirten für besondere Aufgaben berufen: Mose (2. Mose 3) wird beim Hüten der Schafe seines Schwiegervaters zum Befreier Israels aus der Sklaverei berufen. David (1. Samuel 16) wird ebenfalls beim Hüten der Schafe von Samuel zum König gesalbt. Dementsprechend ist die Ausbildung der Messias-Erwartung eng mit der Hirten-Symbolik verbunden (vgl. Jesaja 40,11; Hesekiel 34,23).

Eine besondere Ausprägung erhält das Bild vom Hirten durch die Verse des bekannten Psalms 23, in denen Gott als der gute Hirte gepriesen wird. Dieses Bild vom guten Hirten, aber auch die prophetischen Verheißungen nimmt das Johannes-Evangelium auf und bezieht sie auf Jesus (Johannes 10). Vor diesem Hintergrund ist es nur zu verständlich, dass auch Hirten die ersten Zeugen der Weihnachtsbotschaft sind (Lukas 2).

Von Jesus geht das Bild des Hirten auch auf seine Jünger und Jüngerinnen über (Johannes 21,15) und später werden auch die Leiter und Leiterinnen einer Gemeinde als Hirten angesprochen (Apostelgeschichte 20,28; Epheser 4,11). Aus dem griechischen Wort "Episkopos" für Hirte (eigentlich: Aufseher) wurde schließlich der Begriff des Bischofs, aus dem lateinischen Begriff die Bezeichnung "Pastor".

Die Reformation versuchte mit dem Begriff des "Priestertums aller Gläubigen" der Engführung des Hirtenamtes und der Konzentration auf eine Person entgegen zu wirken. Gemäß 1. Korinther 12 bildet die Gemeinde als Ganzes den Leib Christi und ist deshalb auch als Ganzes Repräsentant des guten Hirten in der Welt.

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Hölle

Ist der Himmel der Ort der Gottesnähe, so ist die Hölle der Ort der Gottesferne. Unterschiedliche religiöse Einflüsse, Überhöhungen von irdischen Leiderfahrungen und sicher auch die Möglichkeit entsprechende Vorstellungen als Machtmittel missbrauchen zu können, haben insbesondere im Mittelalter dazu geführt, dass die Hölle als fester Ort der Strafe und der Qualen verstanden wurde.

Gerade die Geschichte der letzten hundert Jahre aber hat auf erschreckende Weise deutlich gemacht, dass menschlicher Hass, menschliche Willkür und Gewalt selbst die grausamsten Vorstellungen der Hölle noch zu überbieten weiß. Hölle, das war und ist oft genug das, was Menschen einander zufügen. Seit Jesus am Kreuz Worte des 22. Psalms schrie, ist jenes "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen" zum stärksten Ausdruck dafür geworden, was Hölle ist: Die Abwesenheit von Liebe.

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Hospiz

Hospiz kommt vom lateinischen "hospitium" und bedeutet Gastlichkeit, Herberge. Hier fanden im Mittelalter Reisende, Pilger, Kranke und Obdachlose eine offene Tür, Schutz und Hilfe.

Die moderne Hospizbewegung wurde in ihren Grundsätzen entscheidend von der englischen Ärztin Dr. Cicely Saunders geprägt. Sie machte es sich zur Lebensaufgabe, schwerstkranke Menschen auf der letzten Wegstrecke ihres Lebens zu betreuen, begleiten und zu helfen. Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts fand die Hospizbewegung auch in Deutschland langsam an Beachtung und Anerkennung und sie gewinnt angesichts der zunehmenden Diskussion um die sogenannte Sterbehilfe auch zunehmend an Bedeutung.

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Aktualisiert: 12.05.2016
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