A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Logo

Evangelische Kirchengemeinde Bischofsheim

Inhalt ausblenden | Inhalt einblenden

Kleines Lexikon zu Kirche & Glauben

Buchstabe M:

Macht

Tatsächlich sind die 26 Landeskirchen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) recht unterschiedlich organisiert, Kompetenzen und Befugnisse unterschiedlich gelagert. Grundsätzlich aber gelten die evangelischen Kirchen als demokratisch, d.h. die Macht geht von den Kirchenmitgliedern aus.

In der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) beispielsweise ist jedes konfirmierte Gemeindeglied bereits mit 14 Jahren wahlberechtigt und mit 18 wählbar. Die wahlberechtigten Mitglieder wählen in ihrer Gemeinde den Kirchenvorstand. Die Kirchenvorstände wiederum entsenden VertreterInnen in die Dekanatssynode, die mehrere Gemeinden umfasst. Die Dekanatssynoden wählen Mitglieder in die Kirchensynode, die über den Kurs und die Führungspositionen der EKHN entscheidet. Sie verabschiedet unter anderem den jährlichen Haushalt, wählt den Kirchenpräsidenten oder die Kirchenpräsidentin, sowie die Pröpstinnen und Pröpste. Sie erlässt außerdem Kirchengesetze (wie z.B. die "Lebensordnung", in denen das Leben innerhalb der EKHN geregelt ist. Alle Synoden tagen öffentlich; die "Laien", also die gewählten Gemeindeglieder, bilden gegenüber den Pfarrerinnen und Pfarrern immer eine Mehrheit. Damit wird nicht nur die Macht der Hauptamtlichen begrenzt. Als gesetzgebendes Organ kann die Synode auch den Einfluss der Verwaltung wenn nötig zurückdrängen und den Interessen der Gemeinden Geltung verschaffen.

Leiste

Maria

In der römisch-katholischen Kirche und in den orthodoxen Kirchen wird Maria, die Mutter Jesu in besonderer Weise verehrt. Bei dieser Sonderstellung der Maria, ging es schon in frühchristlicher Zeit, aber auch später um zweierlei:

Die Einmaligkeit Jesu sollte dadurch unterstrichen und abgesichert werden, dass auch seine Herkunft entsprechend hergeleitet wurde. Dazu diente unter anderem ein Zitat aus dem alttestamentlichen Prophetenbuch des Jesaja:

"Siehe, eine junge Frau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel." (Jesaja 7, 14)

Da in der griechischen Übersetzung des alten Testamentes, die zur Zeit der ersten Christenheit gebräuchlich war, nicht zwischen "junger Frau" und "Jungfrau" unterschieden werden konnte, diese Messias-Weissagung aber auf Jesus bezogen wurde, ließ sich damit die besondere Beziehung Jesu zu Gott auch leiblich ausdrücken, in dem die Mutter Jesu zur Jungfrau wurde.

Später wurde dann auch Marias Herkunft durch weitere Dogmen ausgestaltet. So soll Maria auch von ihrer Mutter, deren Name in der Tradition mit Hanna angegeben wird "unbefleckt" empfangen worden sein. In den orthodoxen Kirchen wird Maria als "theotokos" (Gottesgebärerin) verehrt und auf vielen bildlichen Darstellungen auch des Mittelalters ist sie als Himmelsgöttin dargestellt. Mit dieser Nähe zu antiken Vorstellungen von Muttergöttinnen und Fruchtbarkeitsgöttinnen konnten bei der Mission der frühen Christenheit, aber auch später noch in anderen Kulturkreisen mit ähnlichen Vorstellungen, vorhandene religiöse Vorstellungen und Gefühle aufgenommen und christlich umgedeutet werden.

Da aber religiös-kulturelle Einflüsse nie einseitig sind, wurden natürlich auch der christlichen Botschaft eigentlich fremde Vorstellungen auf Maria übertragen. Die Reformation hat diese gottähnliche Verehrung der Maria radikal abgelehnt. Trotzdem spielt Maria und viele andere Frauenfiguren der Bibel innerhalb der kirchlichen Frauenbewegung eine große Rolle.

Martin von Tours

Als dritter Bischof der südfranzösischen Stadt Tours verkörperte er modellhaft für Jahrhunderte das Priester- und Bischofsideal: Ein asketischer Mönch, gebildet und tatkräftig zugleich, der lebte, was er predigte. Als erster in der lateinischen Kirche wurde er deshalb nicht aufgrund seines Märtyrertodes, sondern wegen seines vorbildichen Lebens heilig gesprochen.

Gebürtig war Martin (* 316/317 + 397) in Ungarn als Sohn eines römischen Tribuns. Auf Wunsch seines Vaters trat er mit 15 Jahren einer römischen Reiterabteilung in Gallien bei. Im Alter von 18 Jahren wurde er von dem späteren Bischof Hilarius getauft. Vor einem Feldzug gegen die Germanen schied er im Jahr 356 nahe der Stadt Worms aus dem Militär aus, weil Christsein und Militärdienst sich nicht vereinbaren lassen. Der Legende nach begegnete Martin zuvor am Stadttor von Amiens einem frierenden Bettler, dem er die Hälfte seines Mantels schenkte. In der folgenden Nacht erschien ihm dann im Traum Christus mit dem Mantelstück bekleidet - eine legendarische Ausgestaltung des Christuswortes "Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan". (Matthäus 25,40)

Trotz der Abkehr von der Heiligenverhehrung behielt Martin von Tours auch im protestantischen Lager seine Bedeutung als Namenspatron Martin Luthers. Luther wurde am 10. November 1483 geboren und entsprechend dem Brauch am nächsten Tag, also am 11. November - dem Martinstag - auf den Namen des Tagespatrons getauft, der zugleich auch Patron des Bistums Mainz ist, zu dem das thüringische Eisleben im 15. Jahrundert gehörte.

Leiste

Messias

Das Wort ist die griechische Form des ursprünglich hebräischen Begriffs für "gesalbt". Unterschiedliche herausragende Personen der hebräischen Bibel werden als "Gesalbte Gottes" bezeichnet. So zum Beispiel die Patriarchen Abrahem, Isaak und Jakob-Israel. Auch der Hohepriester kann als "Gesalbter" angesprochen werden. Im strengen Sinne aber ist damit der König in Israel gemeint.

Mit der Enttäuschung über das historische Königtum idealisierte sich vor allem das Bild eines israelitischen Königs, nämlich das des Königs David. Er galt in späterer Zeit als der Gesalbte Gottes schlechthin und wurde nach dem Verlust der Eigenstaatlichkeit zur Symbol- und Verheißungsfigur für die kommende Befreiung. Neben diesem königlichen Messias gab es aber auch die Erwartungen eines priesterlichen, bzw. eines prophetischen Messias. Dahinter steckte der aus der historischen Erfahrung sich ergebende Konflikt, welcher Gesalbte denn tatsächlich seinem Amt und Auftrag, Gottes Willen aufzurichten, gerecht werden könne, ein neuer König vom Schlag Davids, ein Hohepriester in der Tradition Melchisedeks, oder die Wiederkunft zum Beispiel des in den Himmel aufgenommenen Propheten Elia.

Dementsprechend wird im Neuen Testament in der Auseinandersetzung um Jesus immer wieder auf die unterschiedlichen Messias-Traditionen Bezug genommen, auch wenn Jesus selbst sich wohl nicht als Messias bezeichnet hat. Für die nachösterliche Gemeinde aber war er der Gesalbte Gottes (griechisch: Christos) und auch die römische Besatzungsmacht hielt ihn wohl für einen jener Aufrührer im jüdischen Volk, die als Messias gehandelt wurden, und kreuzigten ihn deshalb.

Leiste

Michaelis

Etwa seit dem 7. Jahrhundert wird der Erzengel Michael aufgrund von Visionen in Süditalien verehrt. Von ihm wird im Buch des Propheten Daniel erzählt, dass er als "Erster unter den Engeln" den Kampf mit dem "Engelfürsten Persiens" (=Widersacher des Gottesvolkes) führte. In der Offenbarung des Johannes wird vom Kampf Michaels gegen den großen Drachen, ein Symbol für den Teufel, erzählt. Durch beide biblische Stellen wurde Michael zur Symbolfigur des kämpferischen Schutzherrn, so unter anderem auch für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation.

Der Michaelistag wurde auf dem Konzil von Mainz 813 durch Ludwig, den Frommen, festgelegt auf die bisher der Verehrung des Wotan geheiligten Woche von Herbstbeginn an. Er liegt damit auf der Tag- und Nachtgleiche des Herbstes und verweist so auf die andere Tag- und Nachtgleiche im Frühjahr, die ja das Osterfest, den Sieg des auferstandenen Christus über die Höllenmächte markiert. Der Kampf Michaels geht mit dem Ostersieg Christi Hand in Hand.

Viele namhafte Kirchen, wie etwa der Mont Saint Michel in der Bretagne (Frankreich), oder die St. Michaels Cathedral in Coventry (England) sind dem Erzengel geweiht.

Die liturgische Farbe des Michaelistages ist Weiß, die Farbe der Christusfeste, denn am Michaelistag wird nicht nur auf den Sieg des Engels, sondern auch auf den Sieg Christi durch die Auferstehung hingewiesen.

Leiste

Myrrhe

Das Harz eines vor allem in Arabien und Äthiopien gedeihenden, dornigen Strauches. Das terpentinartige, wohlriechende Harz verhärtet an der Luft zu einem rotbraunen Stoff, der ätherische Öle und Bitterstoffe enthält. Als Tinktur wird es in der Medizin als Desinfektionsmittel vor allem bei der Behandlung von Entzündungen der Mundhöhle benutzt.

Im alten Ägypten nutzte man bereits vor 3000 Jahren Myrrhe in Puderform zur Einbalsamierung und auch im Judentum gehörte es zur richtig vollzogenen Bestattung eines Leichnams (vgl. Markus 16,1), wurde aber auch zur Salbung zum Beispiel von Königen verwendet. Daneben nutzte man Myrrhe im Altertum auch als Parfüm und Desinfektionsmittel.

Nach Markus 15 wurde dem Wein bei der Kreuzigung Jesu Myrrhe beigemischt, möglicher Weise als ein leichtes Betäubungsmittel. Am bekanntesten aber ist Myrrhe als eines der drei Gaben, die die drei Weisen dem neugeborenen Jesuskind brachten (Matthäus 2). Die christliche Tradition hat darin schon einen Hinweis auf den Tod des Kindes von Bethlehem gesehen.

Durch die Weihnachtsgeschichte hat Myrrhe auch Einzug in das christliche Brauchtum gehalten: Eine - möglicher Weise durch Kreuzzüge - nach Venedig gelangte Süßspeise des Orients, die dann "Marci panis" (lat. = Markusbrot) genannt wurde, enthielt als wichtige Zutat Myrrhe. Als Marzipan trat die Süßigkeit ihren Siegeszug auch durch Deutschland an und bald schon war die nachfrage so groß, dass der teure Myrrhensaft nicht mehr in ausreichender Menge zu bekommen war. Heute streiten Lübeck und Königsberg darum, wer als erstes Bittermandelöl als Ersatzstoff gefunden hat. So oder so aber erinnert das Marzipan im Weihnachtsgebäck an die kostbare Gabe der Magier von Bethlehem.

Leiste

Aktualisiert: 12.05.2016
© Die Texte dieses Lexikons unterliegen dem Copyright. Die Benutzung, Speicherung, Vervielfältigung und Weitergabe ist ausschließlich zum privaten Gebrauch gestattet!

Leiste

Register:

Stichworte:

Weitere Infos:

Übrigens:

Vieles in unserer Kirchengemeinde wäre nicht möglich ohne die finanzielle Absicherung durch unsere Stiftung.
Hier erfahren Sie mehr ...

www.stiftung-kirche-fuer-sie.de

Leiste
Gemeinde in der EKHN
EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE BISCHOFSHEIM
Diese Seite arbeitet mit JavaScript
© 2015 Klaus Bastian

Darmstädter Straße 6 - 65474 Bischofsheim
Tel: 06144-7430 - FAX: 06144-94427
Email-Kontakt
ViSdP: Klaus Bastian

Die Evangelische Kirchengemeinde bei Facebook FACEBOOK | IMPRESSUM | SITEMAP