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Evangelische Kirchengemeinde Bischofsheim

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Kleines Lexikon zu Kirche & Glauben

Buchstabe S:

Sabbat

(von hebräisch: "schabat" = aufhören, ruhen) Damit wird in der hebräischen Bibel der siebte Tag der Woche bezeichnet, an dem - so wird im 1. Buch Mose 2 erzählt - Gott "von all seinen Werken" ruhte. Diese Sabbatruhe wird dann auch Teil der Gesetze des Volkes Israel im 2. Mosebuch (vgl. 10 Gebote) und sie umschließt nicht nur die Israeliten, sondern auch alle Sklaven, Fremdlinge, und das Vieh. Dadurch erinnert der Sabbat die ehemaligen Sklaven an ihre Befreiung und mahnte zu Güte und Barmherzigkeit. Neben dem wöchentlichen Feiertag, der nach biblischem Verständnis mit dem Sonnenuntergang am Freitag begann und mit dem Sonnenuntergang am Samstag endete, gab es auch das Sabbatjahr, ein Brachjahr, an dem nur das geerntet werden sollte, was von selbst wuchs.

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Sakramente

Darunter wird eine Handlung verstanden, die auf symbolische Weise in der Lage ist, den Zuspruch Gottes an die Menschen zu vermitteln. Die Sakramente gehören zu den konstituierenden Merkmalen einer christlichen Kirche. Dementsprechend bezeichnet die Augsburgische Konfession Kirche als

"die Versammlung aller Gläubigen, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden."(Art.7)

Die römisch-katholische Kirche kennt sieben Sakramente: Taufe, Firmung, Buße, Abendmahl, Priesterweihe, Ehe und letzte Ölung. Nach katholischem Verständnis haben die Sakramente je ihre eigene Wirkung und enthalten und vermitteln quasi substantiell die Gnade Gottes. Ihr Empfang ist nach katholischer Lehre Heilsnotwendig.

Auch die orthodoxe Kirche kennt die Siebenzahl der Sakramente, Voraussetzung für ihre Wirksamkeit aber ist nach orthodoxem Verständnis die dazugehörige Anrufung des Heiligen Geistes samt der richtigen Formel, sowie die rechte Intention des Spenders und die gebührende Haltung des Empfängers.

Die reformatorischen Kirchen kennen nur zwei Sakramente, nämlich Taufe und Abendmahl, da nur diese von Christus eingesetzt sind. Sie haben ihren Begründungszusammenhang im Wort Gottes und sind nur dort wirksam, wo sie im Glauben empfangen werden. Überhaupt betont die reformatorische Lehre den reinen Empfangscharakter der Sakramente. Sie sind Gabe, Zuspruch und Vermittlung Gottes.

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Sakristei

Die Sakristei ist ein Nebenraum innerhalb der Kirche für die Vorbereitung des Pfarrers/der Pfarrerin auf den Gottesdienst. Der Name kommt aus dem lateinischen und bedeutet eigentlich "geheimer Ort", wahrscheinlich weil der Raum früher auch zur Einzelbeichte genutzt wurde und das, was gebeichtet wurde, natürlich geheim blieb.

Heute ist die Sakristei vielerorts auch der Aufbewahrungsort für all das, was für den Gottesdienst benötigt wird, oder was zur Steuerung von Heizung und elektrischen Anlagen notwendig ist. Dort, wo die größe des Raumes dies zuläßt, wird sie aber auch für kleine Andachten genutzt.

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Salbung

Salbungen gehörten im alten Orient - ganz ähnlich wie heute - zur Körperpflege. Daneben aber gab es auch besondere Salbungen. Im Alten Testament zum Beispiel werden die Könige in Israel zu Vasallen Gottes gesalbt. Sie sollen quasi als Statthalter die Herrschaft Gottes über sein Volk ausüben. Der Gesalbte Gottes (hebräisch: Messias) trägt also eine besondere Verantwortung. Im 2. Buch Mose (Kap. 30, Verse 23-25) wird beschrieben, woraus das Salböl zubereitet werden soll.

In der christlichen Tradition ist Jesus der Gesalbte, der sich Jüngerinnen und Jünger beruft und sie in die Welt sendet. Dementsprechend gehört auch die Salbung schon in der frühen Kirche zur Taufe dazu, wobei sie neben dem Bezug auf Christus auch als eine Versiegelung gegen die Macht der Sünde gedacht war: So wie die Antiken Ringer sich vor dem Kampf mit Öl einrieben, um dem Gegner wenig Angriffsmöglichkeiten zu bieten, so wurden auch die Täuflinge ganz und gar mit Salböl eingerieben, damit die Sünde quasi an ihnen "abrutscht". Noch heute kennt das Taufritual der orthodoxen Kirchen diese Ganzkörpersalbung.

Aus diesem Gedanken der "Versiegelung" ist in den westlichen Kirchen die Firmung, bzw. Konfirmation entstanden, die aus unterschiedlichen Gründen von der Tauf abgetrennt wurde. Während bei der katholischen Firmung noch beide Elemente (Salbung und Handauflegung durch den Bischof) vorhanden sind, ist evangelischerseits nur die Handauflegung (mit Segnung) übrig geblieben, was seinen Grund wohl in der Ablehnung von Salbungen durch die Reformatoren hat. Es finden sich aber noch Salbungen vor und nach der Taufe in Luthers Taufbüchlein von 1523, allerdings nicht mehr in der Ausgabe von 1526. Dort bezeichnet Luther die Salbungen (u.a.m.) als "geringste äußerliche Stücke", die "von Menschen, die Taufe zu zieren, hinzugetan" sind. Die Taufe könne auch ohne sie geschehen. Sehr viel mehr Wert als auf die Zeichenhandlungen hat Luther auf die Wortteile und Gebete gelegt.

In Zeiten aber, in denen Bilder und Handlungen eine größere Aufnahme finden, als das gesprochene Wort, kann die Salbung - eingebettet in die entsprechenden Worte - ein Stück sichtbare Taufverkündigung kein. Sie erinnert uns daran, dass wir mit der Taufe zu Christen (= Gesalbten) werden, die die Liebe Gottes an Christi statt in diese Welt tragen.

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Sekte

(von lateinisch "secta" = nachgefolgt) Damit werden religiöse Sondergemeinschaften bezeichnet, die in grundlegenden Fragen von der Lehre der Kirchen abweichen. Sie sind als Personen- gemeinschaften organisiert und nicht zur (ökumenischen) Zusammenarbeit mit den christlichen Kirchen und Gemeinschaften bereit sind.

Häufig verstehen sich Sekten als elitäre Gemeinschaft, die sich in ihrer eigenen Heilsgewissheit bewusst nach Außen und gegenüber anderen Kirchen abgrenzt. Dabei werden auch andere Schriften und Bücher gleichwertig neben die Bibel gestellt. Die Bibel ist für Sekten ergänzungsbedürftig. Mitunter herrscht eine strenge hierarchische Struktur. An der Spitze steht eine charismatische Leitperson, die unbedingten Gehorsam von den Mitgliedern verlangt.

Sekten entspringen einem religiösen Bedürfnis und der Enttäuschung über die traditionellen Kirchen, bzw. Religionen. Sie werden von Menschen gegründet und besucht, die auf der Suche nach eindeutiger Leitung und Sicherheit sind. So haben sich in den letzten 20 Jahren viele Gruppen abgesondert die z.B. eine enge Nähe zum Heiligen Geist suchen, oder eine streng bibeltreue Nachfolge leben wollen.

Die evangelischen Landeskirchen und die katholischen Bistümer unterhalten meistens sogenannte "Sektenbeauftragte", die Informationen über Sekten bereit halten und zur Beratung bereit stehen. Sogenannte "Aussteiger" werden von ihnen auch an Selbsthilfegruppen vermittelt:
Im Bereich der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) wird diese Aufgabe vom Beauftragten für Weltanschauungsfragen und religiöse Gemeinschaften wahrgenommen.

Die Selbsthilfeorganisation Sekteninformation Hessen e.V. gibt Informationen über Sekten, berät Betroffene und vermittelt Kontakte zu ehemaligen Mitgliedern. Sie ist telefonisch unter 0700-74687336 (SINUSFFM) zu erreichen. Die Hotline ist mittwochs von 19 bis 21 Uhr besetzt.

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Spezialseelsorge

Damit wird die seelsorgerliche Arbeit außerhalb der Gemeinden in Einrichtungen und an besonderen Personengruppen bezeichnet. Hierzu gehört zum Beispiel die Krankenhausseelsorge, die Altenheimseelsorge, Seelsorge für Behinderte und ihre Familien, Gefängnisseelsorge, seelsorgerliche Arbeit bei Polizei, Militär und Zivildienst, die SchülerInnen und StudentInnenseelsorge und anderes mehr...

Auch auf Flughäfen, auf Messen oder in Kurorten versehen - meistens speziell ausgebildete Seelsorgerinnen und Seelsorger (darunter nicht nur PfarrerInnen) ihren Dienst.

Rund um die Uhr für seelsorgerliche Probleme zur Verfügung steht die Telefonseelsorge.

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Segnung

Nach biblischem Verständnis ist Segen Handlung und Zuspruch zugleich. Dabei geht es um das Zusprechen von heilvoller Kraft im Namen Gottes.

Die kirchliche Tradition kennt Segnungen sowohl als Teil des Gemeindegottesdienstes, als auch im Zusammenhang besonderer, auch lebensgeschichtlich relevanter Ereignisse und Feiern.
So ist beispielsweise auch mit der Taufe eine Segenshandlung verbunden, die je nach Tradition nur dem Täufling, oder der ganzen Familie gilt.
Die Konfirmation wird im allgemeinen sogar mit dem Begriff Einsegnung gleichgesetzt.
Auch für das evangelische Trauverständnis ist die Segnung von entscheidender Bedeutung. Im Traugottesdienst wird ja nicht mehr die Ehe geschlossen, sondern die auf dem Standesamt geschlossene Ehe gemeinsam dem Segen Gottes unterstellt.
Schließlich gehört die Segenshandlung auch zu den wesentlichen Elementen der kirchlichen Bestattung. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass Gottes heilvolle Kraft eben über den Tod hinaus wirksam ist. Zugleich schließt der Segen aber auch die Trauernden mit ein.

Daneben gab und gibt es auch Segenshandlungen für Kranke und Sterbende. In den vergangen Jahrzehnten haben solche und andere Segenshandlungen wieder an Bedeutung gewonnen. Segensrituale bei den unterschiedlichsten "Übergangssituationen" wie Einschulung, Trennungen, Scheidungen, Ruhestand u.a.m. sind entwickelt worden, wobei insbesondere die Segnung von Kindern nach oder an Stelle der Taufe eine große Bedeutung gewonnen hat.

Anlässe hierfür sind zum Beispiel die Adoption bereits getaufter Kinder, die einen gottesdienstlichen Rahmen bekommen soll, aber auch die Neuorganisation von Bezügen und Beziehungspersonen nach Scheidungen, wenn zum Beispiel kein Kontakt mehr zu den Patinnen und Paten besteht und deshalb ein Kind weitere Paten bekommt. Immer wieder aber sind Eltern sich auch nicht sicher, ob ihr Kind als Säugling getauft werden soll, oder sich später selbst für die Taufe entscheiden soll. An Stelle der Taufe bitten die Eltern dann häufig um eine Segenshandlung. In dem die Gemeinde dieser Bitte nachkommt, drückt sie damit zugleich ihre Mitverantwortung für die christliche Erziehung in den Familien aus.

Im Dezember 2002 hat sich die Synode der EKHN mit großer Mehrheit für die Möglichkeit der Segnung homosexueller Paare ausgesprochen. Auch wenn die Evangelische Kirche bislang die Gleichstellung mit der Ehe heterosexueller Menschen ablehnt, so steht doch einer Segnung einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft zumindest theologisch nichts im Wege.

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Silvester

Der Altjahresabend hat seinen Namen nach dem römischen Bischof Silvester I., dessen Todestag der 31.12. ist. Er ist im strengen Sinn kein kirchlicher Feiertag, der Brauch in gottesdienstlich zu begehen, ist erst im 17. Jh. entstanden. Im kirchlichen Kalender endet das Kirchenjahr mit dem Ewigkeitssonntag und beginnt mit dem 1. Advent. So haben die Gottesdienste in der Regel auch eher besinnlichen Charakter, die Zeit und das Aufgehobensein bei Gott sind der Leitgedanke.

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Sünde

Nicht unmoralisches Verhalten, oder gar bestimmte sexuelle Handlungen sind damit gemeint, sondern mit Sünde wird eine Verhältnisbestimmung des Menschen zu Gott beschrieben. Sünde ist demnach alles, womit sich der Mensch von Gott abwendet.

Während die katholische Lehre zwischen lässlichen Sünden (unbeabsichtigte Verfehlungen gegen den Willen Gottes) und Todsünden (Bewusste Entscheidungen und Handlungen gegen Gott) unterscheidet, gibt es in der evangelischen Kirche diese Unterscheidung nicht.

Es gehört zu den Kernaussagen der christlichen Botschaft, dass die Sünde nur von Gott vergeben werden kann und auch von Gott vergeben wird. Die Vergebung setzt beim Menschen die Bereitschaft zur Umkehr, zur Buße voraus. Zwar spiegelt sich darin in gewisser Weise auch noch patriarchalisches Denken (das dem Vater gegenüber ungehorsame Kind beugt sich wieder unter die väterliche Herrschaft), es kann aber durchaus auch im Sinne der Bereinigung einer gestörten Beziehung gesehen werden. In der Bibel, insbesondere im ersten Teil, wird wiederholt auch von der Umkehrbereitschaft Gottes erzählt. Anschaulichstes Beispiel innerhalb der Verkündigung Jesu ist sicherlich das Gleichnis von den verlorenen Söhnen (Lukas-Evangelium 15, 11-32), wo der Mangel an Liebe des älteren Sohnes als Sünde manifest wird.

In der seelsorgerlichen Praxis wird immer wieder deutlich, wie wichtig es ist, die Vergebung auch aus- und zuzusprechen. Der christliche Gottesdienst hat hierzu unterschiedliche Formen entwickelt.

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Synode

zu deutsch: Zusammenkunft, meint in den evangelischen Kirchen das Kirchenparlament. Die meisten Verfassungen der evangelischen Landeskirchen in Deutschland haben synodale Elemente, wobei die Synode entweder neben oder unter der Kirchenleitung angesiedelt ist.

Eine gewisse Ausnahme bildet da die Kirchenordnung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), in der die Kirchensynode "das maßgebende Organ der geistlichen Leitung und der kirchlichen Ordnung der Gesamtkirche" ist (Kirchenordnung der EKHN, Art. 33). Dieses oberste Organ setzt sich etwa zu zwei Dritteln aus Gemeindegliedern und zu einem Drittel aus Pfarrern/Pfarrerinnen zusammen, die jeweils von den Dekanatssynoden (Parlamente auf Dekanats/Kirchenkreisebene) gewählt werden. Der Kirchensynode obliegt es Kirchengesetze zu erlassen, den Kirchenpräsidenten, seinen Stellvertreter, den Leiter der Kirchenverwaltung und die Pröpste zu wählen. Außerdem bestellt sie die Kirchenleitung, die aus dem Kirchenpräsidenten, seinem Stellvertreter, dem Leiter der Kirchenverwaltung, zwei Mitgliedern des Kirchensynodalvorstandes, zwei Gemeindegliedern, sowie einem Propst/Pröpstin besteht.

Die Dekanatssynode besteht aus Vertretern aller Gemeinde eines Dekanates, wobei jede Gemeinde eine/n Pfarrer/in und - je nach Größe der Gemeinde - bis zu drei Gemeindegliedern, die von den Kirchenvorständen gewählt werden.

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Aktualisiert: 12.05.2016
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