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Evangelische Kirchengemeinde Bischofsheim

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Kleines Lexikon zu Kirche & Glauben

Buchstabe V:

Verwerfung

siehe: Erwählung

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Visitation

In der Reformationszeit war die Visitation ein Instrument der Erziehung und Belehrung, mit dem durch eine extra gebildete Kommission in den Kirchengemeinden "nach dem Rechten gesehen" wurde. Luthers kleiner und großer Katechismus entstanden zum Beispiel aufgrund der Erfahrungen, die in den Jahren 1527 bis 1529 in Kursachsen gemacht wurden. Das Ergebnis war offenbar, dass der Wissensstand in den Gemeinden, was den christlichen Glauben anging, manches zu wünschen übrig ließ und dem musste abgeholfen werden. Dabei war die Visitation aber keine kirchenaufssichtliche Maßnahme, wie in früheren Zeiten, als dies die Aufgabe der Bischöfe war, sondern sollte in kollegialem Rahmen den Gemeinden helfen. Oft wurde die Reformation in den Gemeinden auch durch eine Visitation eingeführt.

Mit der Aufklärung verschwanden die Visitationen mehr und mehr. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in allen deutschen Landeskirchen neue Visitationsordnungen erlassen. Die Visitationen wurden nun in der Regel durch die Dekane durchgeführt. Die Prüfung bezog sämtliche Personen und Verhältnisse einer Gemeinde mit ein und schloß oft auch eine Befragung der Gemeindeglieder, zumindest aber des Kirchenvorstands über den Pfarrer und seine Lebensführung ein.

Schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die Visitationen vielerorts wieder eingestellt. Erst der Kirchenkampf in der Zeit des Nationalsozialismus führte bei der Bekennenden Kirche zu einer Wiederbelebung, um damit die bedrängten Gemeinden zu stützen und zu stärken. Diese Erfahrungen waren es auch, die nach 1945 dazu fürhte, dass die Visitation in den Kirchenordnungen wieder fest verankert wurden, ganz im Sinne der Bekennenden Kirche als "brüderlicher Besuchsdienst".

Dementsprechend heißt es auch in der Visitationsordnung der EKHN:

Die Visitation hat die Aufgabe, die Besuchten durch Anerkennung der bisherigen Arbeit zu ermutigen und die beruflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stärken... Die Visitation soll die Verbundenheit zwischen Gemeinden untereinander und mit den kirchlichen Diensten stärken; sie gibt Anstöße zum Erfahrungsaustausch, zu gemeinsamer Planung, zu übergemeindlicher Zusammenarbeit und zur Vernetzung. Die Visitation soll herausarbeiten, wodurch die Arbeit in Gemeinden, Dekanaten und der Kirche bereichert werden kann und so Grundlagen für Veränderungsprozesse schaffen, sie initiieren und begleiten.... Die Visitation soll die missionarische und diakonische Verantwortung stärken, zu ökumenischer Zusammenarbeit anregen und an die Aufgabe der Christinnen und Christen erinnern, für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung einzutreten.

Verantwortlich für die Visitation sind die Pröpste und Pröpstinnen in ihren Propsteibereichen. Cirka alle 8 Jahre soll in Dekanaten und Gemeinden eine Visitation durchgeführt werden. Dazu wird in jeder Kirchengemeinde eine Kommission aus 3 bis 5 Personen gebildet, von denen ein Mitglied ein Pfarrer/eine Pfarrerin sein soll. Jede Gemeinde bekommt durch den Propst / die Pröpstin eine andere Gemeinde zu, deren Kommissionen sich dann nach einer Vorbereitungsphase, in der die Schwerpunkte vereinbart werden, gegenseitig besuchen. Jede Kommission erstellt einen Bericht, der Grundlage der abschließenden Auswertung ist.

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Vorfastenzeit

Mit Vorfastenzeit werden die drei Sonntage vor der Fastenzeit bezeichnet, die den Osterfestkreis einleiten. Sie tragen die lateinische Bezeichnung:

  • Septuagesimä (70 Tage vor Ostern)
  • Sexuagesimä (60 Tage vor Ostern)
  • Estomihi ("Sei mir...")

Der Name Septuagesimä stammt noch aus einer Zeit, als die acht Tage nach dem Osterfest noch mit zum Fest gerechnet wurden. So ergibt sich die Zahl 70, die zugleich aber auch eine symbolische Bedeutung hat: Ähnlich wie die Zahl 7 steht auch 70 für das Umfassende, Vollkommene: Vom Patriarchen Jakob-Israel wird erzählt, dass er 70 Nachkommen gehabt habe. 70 Älteste wählt Mose in der Wüste aus, um mit ihm das Volk Israel zu leiten. Auf 70 Jahre wird vom Propheten Jeremia die Zeit der Gefangenschaft in Babylon angekündigt. Nach einigen Handschriften sandte Jesus 70 Jünger aus, um in den Städten und Dörfern zu predigen.

Der Name Sexuagesimä soll möglicherweise einfach nur die Hälfte zwischen dem vorangehenden und dem nachfolgenden Sonntag markieren, der auch den Namen Quinquagesimä (50 Tage vor Ostern) trägt.

Wie bei anderen lateinischen Namen auch leitet sich Estomihi von der lateinischen Fassung eines Psalmes ab. Hier ist es ein Vers aus dem Psalm 31: "esto mihi in lapidem fortissimum et in domum munitam ut salves me", zu deutsch: "Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest."

Landläufig ist dieser Sonntag eher als Fastnachtssonntag bekannt.

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Aktualisiert: 12.05.2016
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