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Evangelische Kirchengemeinde Bischofsheim

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Kleines Lexikon zu Kirche & Glauben

Buchstabe Z:

Zeitrechnung

Die christliche Zeitrechnung setzt Jesu Geburt als Anfangspunkt. Wann aber ist Jesus geboren? In der Weihnachtsgeschichte des Lukas-Evangeliums, Kapitel 2 werden als Anhaltspunkte die Regentschaft des Kaisers Octavian (Augustus) und die Statthalterschaft des Qirinius genannt. Octavian war von 27 v.Chr. bis 14 n. Chr. römischer Kaiser. In Kapitel 1 und im Matthäus-Evangelium ist außerdem von der Regentschaft des Königs Herodes die Rede. Dieser aber ist bereits im Jahr 4 vor Christus gestorben. Wäre Jesus unter seiner Regentschaft geboren, müsste er also spätestens im Jahr 4 v Chr. geboren sein.

Die christliche Zeitrechnung ist allerdings erst im 6. Jahrhundert durch den römischen Mönch Dionysius Exiguus aufgestellt worden. Er legte das Geburtsjahr Jesu auf das Jahr 754 römischer Zeitrechnung fest und bezeichnete es als das Jahr 1.

Auch die Erwähnungen des judäischen Königs Herodes im Zusammenhang mit der Geburt Jesu sind kaum historisch auswertbar. Quirinius war nämlich am Ende der Regentschaft Herodes sicher nicht Statthalter in Syrien und auch die in der Weihnachtsgeschichte erwähnte Steuererhebung passt nicht mit der Regierungszeit Herodes zusammen, sie fand erst im Jahr 6 n. Chr. statt.

So ergibt sich also eine Zeitspanne von rund 10 Jahren nämlich 4 v.Chr. bis 6 n. Chr. in der Jesus geboren sein könnte. Etwa näher lässt sich das Jahr nur durch Angaben aus der Wirksamkeit Jesu bestimmen: Im Lukas-Evangeliumm Kapitel 3 heißt es, Johannes der Täufer sei im 15. Jahr des Kaisers Tiberius, also etwa im Jahr 28 n. Chr. aufgetreten. Das erste öffentliche Auftreten Jesu wird dort in die zeitliche Nähe zu Johannes datiert und gesagt, Jesus sei "etwa 30 Jahre alt" gewesen. Das aber würde bedeuten, dass Jesus in einem der letzten Jahre "vor Christus" geboren wäre, unsere Zeitrechnung also um etwa 1 bis 2 Jahre vom tatsächlichen Geburtstermin abweichen würde.

Eine weitere Schwierigkeit liegt darin, dass - wie erwähnt - Dionysius Exiguus das Geburtsjahr Jesu als das Jahr 1 festlegte. Im Gegensatz zu unserer Gewohnheit Geburtstage nach dem vollendeten Lebensjahr zu datieren, wird dadurch unsere Zeitrechnung sozusagen nach dem Beginn des Lebensjahres datiert.

Fazit: Der vielbeschworene Millenniumswechsel hat - historisch gesehen - entweder schon ein oder zwei Jahre vor unserem Datumswechsel stattgefunden, oder aber - halten wir uns an unseren Kalender - er fand am Ende des Jahres 2000 statt!

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Zehn Gebote

In den Berichten des Alten Testamentes (2. Mose 20) bekam Mose die 10 Gebote auf zwei Steintafeln am Berg Sinai von Gott. Mose hatte das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten geführt und bevor es in das verheißene Land kommt, schließt Gott mit ihm einen Bund, einen Vertrag. Die beiden Tafeln sind quasi so etwas wie der Vertragestext, der den Berichten zufolge fortan in einer Lade das Volk begleitete und nach der Landnahme zunächst in einem Zelt, später im Allerheiligsten des Tempels aufbewahrt wurde.

Auf den beiden Tafeln wird das Verhältnis zu Gott (1. Tafel) und das Verhältnis zu den Mitmenschen (2. Tafel) geregelt. Steintafeln waren und sind die haltbarsten Datenträger. Gerade Gesetzestexte wurden in der Antike auf Tafeln und Stelen gemeißelt, um damit ihre "ewige" Gültigkeit zum Ausdruck zu bringen. Auch wenn die Arbeiten natürlich von entsprechenden Fachleuten ausgeführt wurden, so galten sie doch oft als von der Hand des Gesetzesgebers geschaffen. Daher auch die Vorstellung im Alten Testament, dass Mose Gott zwei Steintafeln vorlegt und Gott sie mit eigenr Hand beschriftet. Damit sollte die Authenzität des Geschrieben unterstrichen werden.

Historisch gesehen sind die 10 Gebote wohl wesentlich später entstanden, nämlich nach dem babylonische Exil in der Zeit des Wiederaufbaus (5. Jh.v.Chr.). Der umfangreiche Gesetzeskodex des Volkes Israel sollte zusammengefasst und seine Essenz für das des Schreibens und Lesens unkundige Volk nachvollziehbar gemacht werden. So wurde für jeden Finger eine Regel formuliert: 10 Gebote.

Sinn dieser Gebote ist der Schutz des Menschen und insbesondere der Schutz der Schwachen vor den Starken. So wurden sie beispielsweise auch von Jesus interpretiert. Dem darin zugrunde liegende Gerechtigkeitsgedanken ist es sicherlich zu verdanken, dass die 10 Gebote über die Jahrtausende weltweite Bedeutung bekommen haben. Sowohl in der UN-Menschenrechtskonvention, als auch im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland finden sich zahlreiche Anleihen an die 10 Gebote.

Die im Protestantismus geläufige Version der 10 Gebote geht auf den Kleinen Katechismus Martin Luthers zurück. Luther geht in seiner Version sehr frei mit dem Ursprungstext um, was seinem Verständnis des Umgangs mit biblischen Texten entspricht: Ihm kam es dabei nicht auf Wortwörtlichkeit, sondern auf die Sinngemäßheit an. So hat er zum Beispiel aus den biblischen Geboten das 2. Gebot, dass die Darstellung alles von Gott geschaffenen verbietet, heraus genommen. Bilder waren für ihn angesichts des nach wie vor weit verbreiteten Analphabetismus eine wichtige Zugangsquelle zu biblischen und religiösen Inhalten. Damit stellte sich Luther den Bilderstürmern seiner Zeit entschieden entgegen, die in ihrem Kampf gegen die Anbetung von Heiligenfiguren und Bildern mittels des 2. Gebotes gleich alle Bildwerke verbannen wollten. Um in seiner Version der 10 Gebote wieder auf die Zahl 10 zu kommen, teilte er das biblische 10. Gebot in zwei Gebote auf.

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Aktualisiert: 12.05.2016
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