Die Vorgeschichte

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Es ist nicht bekannt, wann Bischofsheim seine erste Kirche bekam, denn zuverlässige Quellen gibt es erst für die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg.
Ort und Gestalt der vorreformatorischen Kirche können nur vermutet werden. Mitte der 50er Jahre stellte Dr. Gensicke vom Staatsarchiv Darmstadt fest, daß eine vermutlich im 6. oder 7. Jahrhundert, der Blütezeit der Martinsverehrung, entstandene fränkische Kirche dem Heiligen Martin geweiht war. Auch ein späterer, wohl hoch- oder spätmittelaltelicher Neubau, der an der Stelle der alten Kirche geweiht wurde, hatte den gleichen Namenspatron. Den Beweis dafür liefert die Erneuerung einer Beschreibung der Güter des Stifts St. Viktor zu Mainz aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Dort wird ein Zweitel, etwa ein halber Morgen, erwähnt, der "uff den wegk von Geraw" zieht, zwischen dem Ritter Trushard, jetzt der Kirche St. Martin in Bischofsheim, oben, und dem Gut der Pfründen von St. Viktor auf der unteren Seite.
Die älteste Urkunde, in der über die Kirche etwas mitgeteilt wird, lautet:
"Im Jar Nach Christi, unseres Lieben Hern und Sehligmachers Geburth funfzehnhundertachtzig drey, den 30 Juny, ist die Edle Ehrenreiche fraw Chatarina Wöllsin Vonn Gudenbergk, des Edlen Ehrenuesten Daniel Wilhelm Hessen zu Wichdorff, Rittmeisters etc. Ehliche Haußfraw, Nach tödlichem abgangh, Ahnhero In Unser Kirch zu Mäinbischheim , Christlicher Ordnung nach zu Erdenn Bestatt und Begraben worden, denen der Allmechtige Eyn fröliche Ufferstehung verleyen wölle. Amen."
Die mittelalterliche Dorfkirche ist vermutlich 1635 während des Dreißigjährigen Krieges abgebrannt. Der Turm und das Dach sind ganz oder teilweise zerstört worden. Größere Reparaturen an Kirche und Turm wurden wahrscheinlich schon im Jahr 1641 vorgenommen, die verbrannten Säulen im Inneren wurden "abgesägt" und "abgehauen". 1650 konnte die Gemeinde durch eine Schenkung ein neues Gestühl anschaffen, die Verpachtung einer Schafweide erlaubte es, eine Emporbühne zu bauen und einen Glockenstuhl aufzurichten. 1680 wurde "das Chor ganz neu aus dem Fundament erbauet".

Die Kirche wird gebaut

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Im Jahr 1740 traf die Gemeinde, Bischofsheim hatte kaum mehr als 370 Einwohner, Vorbereitungen zu einem Erweiterungsbau.
Zunächst mußte jedoch entschieden werden, wer die Baukosten zu tragen hatte. Die landgräfliche Regierung entschied, daß das St. Viktorstift das Chor, das "wegen der Vielheit der Leute" nach vorne geschoben werden sollte, wieder aufrichten sollte, außerdem das Dachwerk, die Fenster, den Fußboden, die Weißbinderarbeit, die Tür von außen in das Chor, die Steine zu der Tür in die Sakristei usw. auf seine Kosten machen lassen müsse. Was sonst zum Chor geplant war, Pfarrstuhl, Gerichtsstuhl, Nebenstuhl, Orgel und Orgelbühne, sowie die Sakristei samt der Tür fielen der Gemeinde zur Last. Bereits 1704 hatte die Gemeinde eine Orgel anschaffen wollen, doch die damaligen Pläne scheiterten vermutlich an den beschränkten Raumverhältnissen der Kirche.
Die Erweiterung, der Barockbau, wie er bis heute erhalten ist, erfolgte 1747/48 nach den Plänen Johann Conrad Lichtenbergs (1689 - 1751), die die Kreuzform des Grundrisses vorsahen. Lichtenberg war Pfarrer und Superintendet in Darmstadt und mit Katharina Henriette, der Tochter des Pfarrers Johann Peter Ekhard verheiratet, hatte also eine besondere Beziehung zu Bischofsheim. Lichtenberg lieferte aber auch die Pläne für weitere Kirchen der Region, wie etwa in Ginsheim und Trebur. Die Baukosten betrugen 4403 Gulden, 20 Albus, 5 Pfennig, den Anteil des St. Viktorstiftes nicht mitgerechnet. Die Summe wurde durch Anleihen, Sammlungen und Stiftungen aufgebracht.
Über den Kirchbau geben zwei in Stein gehauene Inschriften Auskunft, die sich auf der Süd- bzw. Nordseite der Kirche über den Eingangstüren befinden. Die auf der Südseite lautet:
VERBUM DOMINI MANET IN AETERNUM
ANNO MDCCXLVII REGNANTE LUDOVICO
VIII HASSIAE LANDGRAVIO
TEMPLUM HOC PRAETER TURIM
FUNDITUS EXSTRUCTUM EST
POSVERUNT
IN FUTURAM REI MEMORIAM
JOANNES PETRI PRAEFECTUS JUSTUS
EBERHARD HENRI PASTOR
Die Deckengemälde fertigte 1755 vermutlich der Maler Georg Christian Seekatz aus Darmstadt an, seines Zeichens Hofmaler am Hof Ludwig VIII., Landgraf von Hessen-Darmstadt. Sie zeigen die vier Evangelisten und die Heilige Dreieinigkeit.

Täglich aufgezogen!
Im Zuge der ersten Renovierung 1858, bei der der Innenraum der Kirche geweißt wurde, wurden diese Deckengemäde leider aus nicht bekannten Gründen übertüncht. Der Gottesdienst fand 5 Wochen lang in der Gemeindestube statt. Ein Jahr später reparierte man die Kirche auch außen, außerdem wurde ein silbernes Kruzifix auf dem Altar aufgestellt.
1873 wurde in den Dachreiter eine neue Turmuhr eingebaut, die auf den alten Bildern nur zur erahnen ist. Eine im Nachlass des verstorbenen ehemaligen Kommunalpolitikers Willi Nutz gefundene "Behandlungs-Instruktion" nennt das Jahr in einer handschriftlichen Notiz auf der Rückseite. Diese Notiz bezieht sich auf Aussagen des Philipp Jakob Schilling, der Küster unserer Kirche war.
Die "Instruktion" gibt einen Einblick in die Arbeit, die mit der Uhr verbunden war.
Mit dem Abbruch des alten Dachreiters 1935 verschwand auch die Turmuhr. Im Eingemeindungsvertrag mit der Stadt Mainz waren zwar für Bischofsheim diverse öffentliche Uhren vorgesehen, darunter auch eine für den neuen Kirchturm (eine entsprechende Blaupause, die den geplanten Turm mit den in Gauben angebrachten Zifferblättern zeigt, befindet sich noch im Archiv der Kommune), die Planungen wurden aber nicht realisiert.
Am 1. Januar 1861 wurden als "Neujahrsgabe" Bilder der beiden Reformatoren Luther und Melanchton in der Kirche aufgehängt, die ein paar Monate später noch durch ein Bildnis Gustav Adolfs ergänzt wurden.
Um im Winter den Zug in der Kirche in Folge schlechter Türen zu vermindern, wurde 1887 an den Haupttüren des Gotteshauses nach innen eine zweite Tür (gepoltert) errichtet, die am Weihnachtsfest in Gebrauch genommen wurde. Für Altar und Kanzelbekleidung wurden zu weiterem Gebrauch im Sommer Schutzdecken gefertigt. 1888 erhielt die Kirche einen neuen Außenanstrich.

Die Wiederherstellung der Deckengemälde

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Eine umfangreiche Innen- und Außenrenovierung erfolgte nach Ostern und Konfirmation 1902. Der Turm wurde neu gedeckt und erhielt einen neuen Hahn. Das übrige Dach wurde nur umgedeckt, die Mauern bekamen einen neuen Anstrich. Die Erneuerungsarbeit im Inneren der Kirche ging nicht so rasch voran.
Die meiste Zeit beanspruchte die Wiederherstellungsarbeit der Deckengemälde. Pfarrer Heddaeus war es gelungen, die Kirchenbehörde dafür zu gewinnen. Die Restaurierung geschah der Leitung von Professor Bramer und Kirchenmaler Volk aus Mainz. Die Aussagen der Kirchenchronik sind hier leider nicht eindeutig: Zunächst ist davon die Rede, dass die Gemälde 1858 nur übertüncht wurden, dann heißt es, sie mußten unter einem doppelten Verputz hervorgearbeitet werden. Erst sieben Wochen nach Pfingsten konnte wieder in das Gotteshaus eigezogen werden.
Während der ganzen Zeit der Wiederherstellung der Kirche wurde der Gottesdienst in dem der Gemeinde von Bürgermeister Wiesenecker freundlicherweise zur Verfügung gestellten großen Saal seiner Wirtschaft abgehalten. Die Kosten, für die Gemeinde und Fiskus aufzukommen hatten, betrugen 5.000 Mark. Nicht eingerechnet ist hierbei die Summe, die die Erneuerung der Gemälde benötigte. Diese, 1.450 Mark, bezahlte die Kirche, obwohl sie nicht die Baulast hatte. Gegen Ende des Jahres 1909 bekam die Kirche eine elektrische Beleuchtungsanlage.

Schwierige Zeiten

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Im Jahr 1929 wurde von der Firma Esch, Mannheim, eine Luftheizung eingebaut.
Am 1. Januar 1930 erfolgte die Eingemeindung von Bischofsheim nach Mainz. Damit ging auch zwangsläufig die Unterhaltspflicht von Schiff und Turm auf die Stadt Mainz über.
1935 erfolgte eine weitere umfangreiche Renovierung. Der alte Turm, der nichts weiter war als ein besserer Dachreiter, wurde abgebrochen. Er sollte durch einen neuen Turm, der eine andere Aufhängung der Glocken ermöglichte, ersetzt werden, ebenso der alte Glockenstuhl durch eine Eisenkonstruktion mit elektrischer Läutemaschine. Dazu sollte ein neues Gestühl, neue Beleuchtungskörper und vieles mehr angeschafft werden. Die Wiederherstellung sollte das Innere und Äußere in gleicher Weise umfassen. Nach dem Kostenvoranschlag beliefen sich die Kosten auf 12.700 Reichsmark, von denen die Stadt Mainz 9.532,50 Reichsmark und die evangelische Kirchengemeinde 3.177,50 Reichsmark bezahlen sollte. Da die Stadt Mainz nicht genug Geld hatte, mußte die Kirchengemeinde allerdings einen weit größeren Teil der Summe aufbringen.
Bei den Instandsetzungsarbeiten stellte sich heraus, daß die Kirche in einem weit baufälligeren Zustand war, als bei der Voruntersuchung festgestellt wurde. Die Giebelwand an der Westseite mußte, weil ganz schief, abgetragen und neu aufgerichtet werden. Die Balken im Turm und die bis ins Schiff gehenden Balken waren morsch und unbrauchbar. Ebenso mußte die ganze Kirche neu gedeckt werden.
Die Instandsetzungskosten betrugen letztlich 18.977,50 Reichsmark. Die Gemeinde mußte, da die freiwilligen Gaben längst nicht ausreichten, ein Darlehen von 10.000 Reichsmark aufnehmen. Für den ursprünglich geplanten neuen Turmhelm fehlte schließlich das Geld. Da sich die Renovierung länger hinzog als geplant, wurden die Konfirmandinnen und Konfirmanden in Gustavsburg konfirmiert. Die übrigen Gottesdienste fanden, wie schon 33 Jahre zuvor, im Saal von Gastwirt Wiesenecker statt. Am 8. September 1935 erfolgte die Einweihung.
Ab 1941 kam fast das gesamte Gemeindeleben zum Erliegen. Pfarrer Heddaeus stellte gegen Ende des zweiten Weltkriegs fest, dass der Gottesdienstbesuch alles zu wünschen übrig ließ. Vor allem die Männer und die Jugend fehlten. Schuld daran war seiner Ansicht nach nicht nur der Krieg, sondern vor allem die unterminierende Arbeit des Nationalsozialismus. So stellte sich z. B. der Bischofsheimer Ortsgruppenleiter sonntags vor die Kirche und schrieb alle Leute auf, die den Gottesdienst besuchen wollten. Viele Erwachsene ließen sich nicht beirren, aber Kinder und Jugendliche fürchteten den Druck. Der Anteil der Jugend am Gottesdienstbesuch ging in nur 2 Jahren um 16% zurück. In den Jahren 1939 bis 1942 erfolgten über 100 Austritte. Man ließ seine Kinder nicht mehr taufen, Paare unterließen die kirchliche Trauung.
Während der Luftangriffe wurde neben zahlreichen anderen Gebäuden auch die Kirche schwer beschädigt.
1946/54 wurden die im Krieg entstandenen Schäden behoben. Die politische Gemeinde ließ das Dach neu decken, die Umgebung neu gestalten, die Freitreppe anlegen und den Bürgersteig mit Platten belegen. Die Kosten beliefen sich auf 5000 DM.

"Weg mit dem alten Plunder!"

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Im Jahr 1957 wurde durch eine Vergrößerung der Gemeinde eine Erweiterung der Kirche notwendig. Eine äußere Vergrößerung kam aus Denkmalschutzgründen nicht in Frage. So musste durch inneren Umbau der nötige Raum geschaffen werden. Hierfür wurden nach den Plänen von Architekt Benner, Wiesbaden, folgende Baumaßnahmen durchgeführt:
Die alte Turmkonstruktion wurde durch eine neue Stahlkonstruktion abgefangen, die Treppen unter dem Turm beseitigt und eine neue Treppe zu den Emporen, außerdem eine Toilette mit Waschraum, an der Nordwestseite des Turmes angebaut. Die vorhandene Empore wurde verbreitert und das gesamte Gestühl auf den Emporen durch Klappsitze erneuert. Der Lehrerstuhl wurde beseitigt, an seiner Stelle kam der neue Taufstein. Insgesamt wurden 100 neue Sitzplätze geschaffen.
Ein völlig verändertes Erscheinungsbild bekamen auch die Kirchenfenster. Die auf alten Bildern noch zu sehende Aufteilung der Glasflächen wurde zugunsten gradliniger Unterteilungen entfernt und die Fenster aus Buntglas gefertigt. Zur Finanzierung der Fenster trugen die gemeindlichen Gremien, aber auch Handwerksbetriebe, Ärzteschaft und viele Gemeindeglieder mit ihren Spenden bei - wie heute noch in den Fenstern zu lesen ist.
Der ehemals flache Turm erhielt einen 14 m hohen Turmhelm mit dem restaurierten Wetterhahn. Die Gesamthöhe des Turms beträgt 34 m. Außerdem erhielt der Turm auf der Westseite ein neues Fenster und die Kirche neue Beleuchtungskörper. Eine Heißluftumwälzheizung, die mit Öl oder Kohle befeuert werden konnte, sorgte für gute Beheizung.
Bei den Arbeiten wurden mehrere Gräber im Boden der Kirche freigelegt, darunter auch das des Eckardus Spar von Ortenberg, dessen bemerkenswerte Grabplatte aus rotem Sandstein heute an der rechten Seitenwand des Alttaraumes angebracht ist. Vermutlich handelt es sich bei den Gräbern um Ruhestätte vorreformatorischer Pfarrer, so vermutet es zumindest die Pfarrchronik.
Altar, Taufstein und Kanzel wurden aus Lahnmarmor neu gefertigt und ein neues Altarkreuz angeschafft. Die Kosten betrugen rund 100.000 DM, von denen die politische Gemeinde 30.000 DM Ablösung zahlte, 30.000 DM wurden durch Spenden aufgebracht, der Rest durch ein Darlehen und einen Zuschuß der Gesamtkirche. Die Gottesdienste fanden während der Renovierungszeit im Gemeindesaal statt. Die Einweihung der Kirche erfolgte am 17. November 1957.

"In gelbem Make up"

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Im September 1968 wurden umfassende Renovierungsarbeiten an der Außenfassade beendet und die Kirche präsentierte sich in "neuem" Barockstil. Zunächst waren die Grundmauern rings um die Kirche isoliert worden, da die Feuchtigkeit fast über drei Meter im Mauerwerk hoch gezogen war. Anschließend erhielt die Fassade einen gelblichen Anstrich, die Pilaster wurden Sandsteinfarben gestrichen. Auf 30.000 DM waren die Kosten veranschlagt, fielen aber wohl höher aus. Lediglich 5000 DM an Spenden und Kollekten konnte die Kirchengemeinde selbst dafür aufbringen, denn drei zuvor war erst eine neue Orgel angeschafft worden, die die Finanzen der Gemeinde auf einen Nullpunkt gebracht hatte. Den Rest musste die Kirchenverwaltung in Darmstadt tragen.
Im Sommer 1983 wurde die Umwälzheizung durch eine modernere Ölheizung ersetzt, wodurch nicht nur die Heizkosten gesenkt wurden, sondern auch die Verschmutzung von Orgel und Kirchenraum gebremst wurde. Dazu waren umfangreiche Arbeiten notwendig: Die Luftschächte der alten Heizung wurden stillgelegt, unter jeder Sitzbank Radiatoren angebracht und entsprechende Leitungen in den Wänden und Fußböden verlegt.

Der Pilz macht's!

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Im Herbst 1991 standen wieder einmal Dacharbeiten an. Doch schon wenig später stellte sich heraus, daß das Dach- und Deckengebälk sowie Teile des Mauerwerks durch Schwamm- und Pilzbefall morsch geworden waren.
Die Eichenträger waren auf einer Länge von mehreren Metern in den Chorraum und hinauf in Richtung Dachfirst zerfressen. Teile der Dachbalken mußten herausgesägt und durch neue Stücke, die mit dem gesunden Altholz verbunden wurden, ersetzt werden.
Durch die Behebung der Schäden an Dachstuhl, Decke und Mauerwerk wurde auch eine komplette Innenrenovierung, bis dato von der Kirchenverwaltung als nicht so dringlich eingestuft, unausweichlich.
Dabei wurden die Deckengemälde gesäubert und restauriert, ebenso der barocke Orgelprospekt. Im Seitenschiff wurde durch die teilweise Entfernung des Gestühls und Anbringung Glas gefächerter Trennwände ein Eingangsbereich geschaffen. Das Kircheninnere wurde farblich, unter denkmalpflegerischem Aspekt, neu gestaltet. Außerdem wurde die gesamte marode Elektrik und die elektro-akustische Anlage ausgetauscht. Schlichte Wandlampen, im Stil zwar modern, von der Form aber die Rundungen der Fenster aufnehmend, sowie kleine, in die Emporendecke eingelassene Strahler, erlauben eine vielseitige Ausleuchtung des Kirchenraumes zu den unterschiedlichen Anlässen.
Mit der Anschaffung eines Gestells für die Taufschale, angefertigt von dem Mainzer Kunstschmied Gradinger, der später auch den Leuchter für die Osterkerze fertigte, wurde der Marmorsockel aus den fünfziger Jahren abgerissen. Bei Taufgottesdiensten kann nun das Taufbecken wieder an seinen ursprünglichen Ort in der Mitte zwischen Gemeinde und Altar aufgestellt werden.
Die Baukosten, ursprünglich auf 350.000 DM kalkuliert, beliefen sich am Ende auf etwa 1,5 Millionen DM. Insgesamt war die Kirche über zwei Jahre geschlossen, bis sie am 31. Oktober 1993 wieder eingeweiht wurde.
Die Gottesdienste fanden in dieser Zeit im Gemeindesaal statt, Festgottesdienste in der katholischen Christ-Königs-Kirche, unter anderem auch - wohl einmalig in der Geschichte unserer Landeskirche - die Ordination von Pfarrvikarin Britta Schütz.

Ein großes Magnetfeld
Den Anstoß gaben zwei hörgeschädigte Konfirmanden: Sie zum Gottesdienst verdonnern, ohne dass sie gut zuhören können, das ging nicht. So wurde im Sommer 2005 der Einbau einer Induktionsschleife angegangen. Am Anfang stand die Beratung durch Hans-Gunther Seifert von der Schwerhörigen-Seelsorge der EKHN in Darmstadt - Voraussetzung für die spätere Gewährung eines Zuschusses. Gemeinsam mit Herrn Kaul von der Fachfirma KKSL aus Groß-Gerau wurde nach der besten Möglichkeit des Einbaus gesucht. Dabei stand die Idee im Hintergrund einen möglichst großen Teil der Kirchenbänke zu umfangen, um den Betroffenen die freie Platzwahl zu belassen und bei größeren Gottesdiensten keine Reservierungen vornehmen zu müssen.
Konnte das Kirchenschiff größtenteils an der Hinterkannte der Unterseite der Empore mit einem Kabelkanal umschlossen werden, so bereitete der Altarraum zunächst Probleme, galt es doch den empfindlichen Sandsteinboden möglichst unbeschädigt zu lassen. Die Bischofsheimer Steinmetzfirma Astheimer-Mende stemmte dann fachgerecht einen Schlitz in eine Fuge und verschloss sie nach Verlegung des Kabels wieder entsprechend. Die Malerfirma Haus stellte dann an den Seitenwänden des Altarraums den urspürnglichen Zustand wieder her. Für die Arbeiten wurden die Sommerferien genutzt, in der die Kirche durch die "Sommerkirche in der Mainspitze" nicht so häufig genutzt wird. Die Kosten beliefen sich auf rund 3.000 €.

Wieder dicht!
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Der Zahn der Zeit macht auch nicht vor den dicksten Kirchentüren halt. So waren mit den Jahren in den Fachungen der drei Außentüren immer mehr und immer größere Risse aufgetreten, durch die Wind Und Regen Einlass fanden.
Noch rechtzeitig vor dem Winter wurden deshalb im Oktober 2009 die Fachungen erneuert. Die Firma Munk aus Hochheim führte die Arbeiten aus und fertigte neue Fachungen aus Eichenholz. Die Bischofsheimer Firma Haus, die auch schon bei der Innenrenovierung 1993 tätig war, sorgte für den fachgerechten Anstrich.

Die Orgel - ein Rückblick von Helmut Will

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Wie alten Pfarrakten zu entnehmen ist, wurde die erste Orgel in dem "zu einem Barockbau mit kreuzförmigem Grundriß erweiterten Gotteshaus" von Johann Christian Köhler aus Frankfurt am Main erbaut und erklang zum ersten Mal an Ostern 1749. Es handelte sich damals um eine einmanualige Schleifladenorgel, wobei von der Art und Zahl der Register leider nichts mehr bekannt ist. Aus dieser Zeit stammt auch der Orgelprospekt, dieses mit "vielfältigem Schnitzwerk und figürlichem Schmuck verzierte Schmuckstück" der Kirche.
Im Jahre 1910 wurde die erste Orgel entfernt und von der Orgelbaufirma Weigle aus Echterdingen durch ein zweimanualiges pneumatisches Werk ersetzt. Diese Orgel brachte sowohl technisch als auch klanglich eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem alten Instrument.
Allerdings war der Organist beim Spielen nach wie vor auf einen "zweiten Mann" angewiesen. Denn für die Winderzeugung mußte noch der Blasebalg getreten werden. Als der von der Kommune bestallte Blasebalgtreter dann aufgrund des größeren Luftbedarfs der Orgel auf dem Rathaus um eine Gehaltsaufbesserung ersuchte, wurde er wenig später durch einen elektrischen Blasebalg ersetzt!
Aber auch diese Orgel war dem Zahn der Zeit ausgesetzt und genügte nicht mehr den technischen und klanglichen Anforderungen. So wurden Anfang der 60-er Jahre Überlegungen hinsichtlich eines Um- und Neubaus der Orgel angestellt. Der Kirchenvorstand entschied sich damals erfreulicherweise zu einem Neubau.
Mit freundlicher Unterstützung und Beratung des damaligen Orgelbau-Sachverständigen Hanns Brendel aus Wiesbaden wurde daraufhin eine neue Orgel konzipiert. Unter mehreren Bewerbern bekam die renommierte Orgelbaufirma Steinmeyer aus Öttingen / Bayern 1963 den Auftrag, hinter dem historische Orgelprospekt ein neues Orgelwerk zu erstellen. Es handelt sich dabei um eine elektropneumatische zweimanualige Schleifladenorgel mit etlichen Spielhilfen. Das Werk umfaßt 25 Register mit 1640 klingenden Pfeifen. Dieses Werk ist der Firma Steinmeyer offenbar besonders gut gelungen, denn der damalige Intonateur des Instruments hat in der Orgel einen stenografischen Vermerk mit folgendem Inhalt hinterlassen:
"Diese Orgel wird die Schönste von ganz Hessen, vielleicht das edelste Werk der Firma in den letzten Jahren."
Am 18. Dezember 1965 wurde die neue Orgel in einem festlichen Gottesdienst der Gemeinde vorgestellt.
Disposition:
1. Manual:
Pommer 16', Principal 8', Spitzflöte 8', Oktave 4', Rohrflöte 4', Sifflöte 2', Quinte 2 2/3', Mixtur 4fach 1 1/3', Zimbel 3fach 1/2', Trompete 8'
2. Manual:
Gedackt 8', Blockflöte 4', Weidenpfeife 4', Principal 2', Quinte 1 1/3', Sesquialter 2fach 2 2/3', Scharf 4fach 1', Krummhorn 8', Zimbelstern
Pedal:
Subbaß 16', Principal 8', Metallgedeckt 8', Nachthorn 4', Mixtur 3fach 1 2', Stillposaune 16'

Der Kirchplatz

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Bis 1839 wurde der Platz vor der Kirche als Friedhof genutzt.
Seit Ende des letzten Jahrhunderts bis vor 20 Jahren befanden sich auf dem Kirchvorplatz dann die Gedenkstätten für die Toten des deutsch-französischen Kriegs 1870/ 71, des 1. und des 2. Weltkriegs:
Am 9. Juni 1895 wurde an der evangelischen Kirche, gegenüber der Einmündung der Frankfurter Straße, ein "Kriegerdenkmal" errichtet, "den tapferen Kämpfern von 1870/71 zur Ehre, den Lebenden zur Erinnerung und den kommenden Geschlechtern zur Nacheiferung". Im Sockel des Denkmals fand sich eine Urkunde, in der unter anderem stand:
"Sollte einst nach langen Zeiten diese Urkunde aufgefunden werden, so hoffen wir, daß sie ein Geschlecht antreffen möge, das tüchtig zu allem Guten sei, kräftig durch Sittenreinheit, begeistert für alles Wahre und Schöne, ein Geschlecht, das allen Lug und Trug verabscheut, treu und milde ist gegen Mitmenschen, hilfsbereit gegen Unterdrückte und Schwache; ein Geschlecht, das seine Ehre darin erblickt, mit seinen Grenznachbarn zu wetteifern in allen Werken des Friedens und der Volkswohlfahrt"
Die Wünsche sollten sich nicht erfüllen. Schon 19 Jahre später brach der erste Weltkrieg aus.
Für die 110 Toten des ersten Weltkriegs errichtete die bürgerliche Gemeinde auf dem Kirchplatz eine Gedenkstätte, die am 30. Oktober 1932 eingeweiht wurde: "Den Toten zum Gedächtnis, den Lebenden ein Vermächtnis".
Aus Steinen der geschleiften Festung Mainz wurde an der Ecke der Darmstädter Straße und der Weisenauer Gasse ein mächtiger neuer Eingang zu der "Heiligen Straße" geschaffen, die auf ein mit Kupfer beschlagenes großes Holzkreuz führt. Vor dem Kreuz biegt der Weg nach rechts senkrecht zur Kirche. 5 Male, eines für jedes Kriegsjahr, säumten den Weg, in die die Namen der gefallenen Bischofsheimer eingraviert waren. Pfarrer Heddaeus wies in seiner Weiherede darauf hin, daß hier kein Sieges sondern ein Trauermal errichtet worden sei. Der katholische Pfarrer Kirchhof betrachtete die Ehrenstätte als einen Ort ehrender, helfender und versöhnender Liebe. Der Rabbiner Dr. Merzbach-Darmstadt hob hervor, dass der Krieg namenloses Unglück über die Menschen gebracht habe. Anschließend wurde die Stätte der Obhut der Stadt Mainz übergeben.
Nach dem Ende des 2. Weltkriegs drohte den Ehrenmälern der vorausgegangenen Kriege die Zerstörung. Die alliierte Kontrollkommission und verschiedene deutsche Stellen hatten 1945 deren Beseitigung angeordnet. Im Juli 1946 dann wurde diese Anordnung auf die Male beschränkt, die militaristische und nationalsozialistische Tendenzen zum Ausdruck bringen. Deshalb hatte die Gemeindeverwaltung die am Kriegerdenkmal von 1870/71 angebrachten Tafeln entfernen und durch andere Inschriften ersetzen lassen. Eine davon lautet:
"Mahnung an die Lebenden: Aechtet den Krieg, Liebet den Frieden:"
Im Jahr 1955 entstand der Plan, den Toten der letzten drei Kriege ein neues Denkmal zu errichten, doch hätten dabei die beiden alten Steine beseitigt werden müssen. Das Projekt scheiterte jedoch aus finanziellen Gründen und man entschied sich für die Aufstellung eines Quarzfindlings aus dem Odenwald für die Toten des zweiten Weltkriegs. Das Ehrenmal wurde am Volkstrauertag 1959 eingeweiht.
Der Kirchvorplatz wurde in diesen Jahren von der bürgerlichen Gemeinde gepflegt, ergänzt und erneuert, bis im Jahr 1978 die Gedenksteine auf den heutigen Friedhof verlegt wurden. Damit endete auch die Pflege und Wartung der restlichen Anlage seitens der bürgerlichen Gemeinde. 1986 wurde der Kirchplatz nach Plänen des Darmstädter Architekten von Thörne von der Bischofsheimer Fa. Gebr. Astheimer neu gestaltet. Die Arbeiten wurden dringend notwendig, da die Treppenstufen und Sandsteinplatten zunehmend unbegehbar wurden.
Eine Überraschung gab es bei der Beseitigung der nicht mehr benötigten Steinsockel der ehemaligen Ehrenmale entlang des Weges.
Zwischen den gut gemauerten Steinen kam eine Messinghülse von 45 cm Länge und 12 cm Durchmesser ans Licht des Tages. Die geheimnisvolle Büchse enthielt Dokumente über die Errichtung des Ehrenmals bzw. der gesamten Gefallenengedenkstätte auf dem Kirchplatz aus dem Jahre 1932, handgeschriebenen Berichte des Heimatforscher Georg Mangold zu den Kriegsjahren 1914 bis 18 und bis zum Abzug der Franzosen 1930, 28 verschiedene Lebensmittelkarten aus dieser Zeit, französische Passierscheine von 1919, Einlasskarte zur Einweihungsfeier der Ehrengedenkstätte am 30. Oktober um 14 Uhr, Kriegsanleihe, Darlehenskassenscheine, Reichsbanknoten, sowie 10 verschieden Tageszeitungen wie z. B. "Mainzer Anzeiger", "Heimatspie- gel", "Mainz-Bischofsheimer neuste Nachrichten", "Mainz-Bischofsheimer Zeitung", außerdem eine Sonderausgabe der Mainz-Bischofsheimer Zeitung, die anläßlich der Räumung am 30 Juni 1930 unter dem Titel "Bischofsheim in schwerster Zeit" erschienen ist.
Diese Berichte und Zeitungsartikel geben einen sehr interessanten Einblick in die damalige Denkweise und Beweggründe, eine solche Gedenkstätte zu errichten. Leider befanden sich keine Pläne, Zeichnungen oder Ausführungsskizzen über die Gesamtanlage und der Ehrenmähler in ihrem ursprünglichen Zustand dabei. Auch im Archiv der Kirchengemeinde lassen sich darüber keine Unterlagen finden.
Mit Unterstützung des "Arbeitskreises Dörfliche Kultur e. V.", der sich vor allem in Oberhessen um die Bewahrung alter Kirchen und Kirchplätze bemüht, wurde ein Pflanzplan entwickelt, der zu den verschiedenen vorhandenen 20 Pflanzenarten weitere rund 60 hinzu gesellte, die jahrhundertelang ihren traditionellen Platz auf Friedhöfen, Kirchhöfen bzw. Kirchgärten hatten, und von denen einige auch mit einer sehr alten, tiefgründigen theologischen Bedeutung behaftet waren.
Dabei wurde in der Gestaltung dem barocken Stil der Kirche Rechnung getragen. So wurden alle Beete und Wege mit niedrigem Buchs eingefaßt, wie es in barocken Gärten und Parkanlagen üblich war. Den Mittelpunkt bildet ein Rondell. Neun verschiedene Harthölzer grenzen den Platz etwas gegen den Lärm der Darmstädter Straße ab. Außerdem wurden ein Duftbeet und ein Kräuterbeet angelegt.
Auf Anregung und mit finanzieller Unterstützung durch den Heimat- und Geschichtsverein wurde im Sommer 2002 der Brunnen im Eingangsbereich der ehemaligen Gedenkstätte restauriert.
Nach intensiver Vorplanung und Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalspflege plätschert nun auch wieder Wasser in das kleine, in die Mauer eingelassene Becken. Dabei haben sich die lokalen und staatlichen Denkmalspfleger auch für eine Restaurierung der auf der Brunnenrückwand befindlichen, von Pfr. Heddäus stammenden Inschrift stark gemacht, was der Kirchenvorstand zunächst aus Kostengründen abgelehnt hatte. Den Betrag von ca 1500,- € steuerte das Landesamt für Denkmalschutz bei:
"Heilig die Straße, die du gehst, heilig die Stätte, da du stehst, heilig das Sehnen, heilig der Tränen fließende Fülle, heilig der Wille, der still sich bezwingt, heilig das Ziel, das tröstend winkt."

Die Glocken
Das Geläut der Kirche hat eine wechselvolle Geschichte. Bereits im Dreißigjährigen Krieg gingen zum ersten Mal die Glocken verloren, entweder durch die Flammen oder durch Plünderung. 1652 und 1653 kamen zwei neue Glocken in den Turm, die eine aus Mainz, die andere von Creuzenhauer in Frankfurt a.M. Genaueres, auch über ihren späteren Verbleib, ist nicht bekannt.
Eine interessante Information aus dem 18. Jh. findet sich aber über die Stelle des Glöckners: Im Jahre 1796 musste die Stelle nämlich neu ausgeschrieben werden. Gesucht wurde "ein Invalid, der aber noch ein thätiger und rüstiger Mann seyn muß" Die Ausschreibung des Kirchenconsistoriums vom 18. Februar in der Hessen-Darmstädtisch privilegierten Landzeitung folgte - das zeigen Vergleiche mit Ausschreibungen aus gleicher Zeit - einem festen Muster. Aus der detaillierten Besoldungsauflistung lassen sich auch die Aufgaben des Glöckners ablesen, der außer für das Geläut offenbar auch für die Wartung der Turmuhr zuständig war. Demnach wäre die 1873 eingebaute Turmuhr nicht die erste gewesen.
Im ersten Weltkrieg, am 15. Oktober 1917, mußten vom zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Geläut die beiden kleinen Glocken abgegeben werden.
Das Geläut hatte folgende Inschriften:
Große Glocke: "Anno 1763 goß mich Johann Schneidewind in Frankfurt (M) vor die Gemeinde Bischoffsheim am Mayn. Justus Eberhard Henry, Pfarrer. Johann Michel Hessemer, fürstlicher Schultheiss, Johann Leonhard Anthes, Gerichtsschöff."
Durchmesser: 86 cm,
Gewicht: 375 kg.
Mittlere Glocke: "1838 für die Gemeinde Bischofsheim gegossen durch Karl Otto in Mainz. Dazumal von Wilhelm Bonhard, Pfarrer, Johann Dammel, Bürgermeister."
Durchmesser: 74 cm,
Gewicht: 210 kg.
Kleine Glocke: "Ehre sei Gott in der Höhe. Bischofsheim 1877. Ph. H. Bach in Windeicken."
Durchmesser: 67 cm,
Gewicht: 175 kg.
Das Gesamtgewicht des Geläutes betrug 760 kg.
Am 8. November 1924 erfolgte die Aufhängung der neuen Glocken in dem neu errichteten Glockenstuhl, die am 9. November feierlich geweiht wurden. Mit großen Opfern und erheblichen Geldspenden der Bevölkerung war es möglich geworden, sie als Ersatz für die im Krieg geopferten zu beschaffen.
Die neuen Glocken trugen folgende Inschriften:
Große Glocke: "Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen."
Gewicht: 819 kg, Ton fis
Mittlere Glocke, gleichzeitig Gedächtnisglocke: "Niemand hat größere Liebe, denn die, daß er sein Leben lässet für seine Freunde. Zum ehrenden Gedächtnis der im Weltkrieg 1914/18 gefallenen Glieder unserer Gemeinde."
Gewicht: 464 kg, Ton a.
Kleine Glocke: "Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit."
Gewicht: 332 kg, Ton h.
Das Gesamtgewicht der Glocken betrug 1605 kg. Die drei Glocken hatte die Firma F. W. Rincker, Sinn/Dillkreis (heute: Lahn-Dill-Kreis), geliefert.
Im zweiten Weltkrieg mußten die beiden großen Glocken abgeliefert werden, nur die kleine Glocke blieb hier.
An Weihnachten 1950 erfolgte die Einweihung des neuen Geläutes, bestehend aus nun vier Glocken, von denen drei neu angeschafft und die wiederum bei der Firma F. W. Rincker in Sinn gegossen wurden.
Für die vierte Glocke war ein neuer Glockenstuhl mit Motor erforderlich.
Auch die Gelder für diese Glocken wurden von Gemeindegliedern gespendet.
Das jetzige Geläut hat folgende Daten:
1. Glocke: Frieden!
"Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen." A 1950 D (Dazu vier Evangeliensymbole.)
Gewicht: 738 kg,
Durchmesser: 1,12 m,
Ton fis.
2. Glocke: Ewigkeit!
"Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben lässet für seine Freunde. Den Gefallenen unserer Gemeinde." A 1950 D
Gewicht: 457 kg,
Durchmesser: 0,94 m,
Ton a.
3. Glocke: Glaube!
"Jesus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit." A 1924 D
Gewicht: 332 kg,
Ton h.
4. Glocke: Barmherzigkeit!
"Lasset uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen." A 1950 D (Dazu Lutherbildnis.)
Gewicht: 190 kg,
Durchmesser: 0,70 m,
Ton d.
Im Dezember 2008 wurde der Holzboden der Glockenstube komplett erneuert und zur Sicherung notwendiger Wartungs- und Reparaturarbeiten die Einstiegsluke mit einer Klappe versehen. Der alte Boden war mit den Jahren an mehreren Stellen morsch geworden, ein Betreten der Glockenstube nur noch mit äußerster Vorsicht möglich.
Etwas mehr als ein Jahr später machte sich diese Investition dann durchaus bezahlt, als im Juni 2010 der mehrere Kilogramm schwere Klöppel der Ewigkeitsglocke direkt unter der Aufhängung brach und - vermutlich während des Abendläutens - auf den Boden krachte. Nicht auszuschließen, dass er den alten Boden durchschlagen, oder aber durch eine der Lücken auf die Kirchendecke gefallen wäre, wobei er sicherlich weitere Schäden verursacht hätte.
Die Firma Höckel-Schneider aus Flörsheim, die seit 2008 mit den Wartungsarbeiten beauftragt ist, reparierte den Schaden, der sich auf rund 870,- € belief, nach wenigen Tagen und ersetzte den defekten Klöppel durch einen Neuen. Durch eine anonyme Spende in gleicher Höhe blieb der Haushalt der Kirchengemeinde unbelastet.
Die Reparatur und das 50-jährige Bestehen des Geläutes nahm der Kirchenvorstand zum Anlass, die bestehende Läuteordnung zu überarbeiten. Dabei ging es vor allem um eine differenzierteren Einsatz der Glocken, wobei auch der jeweiligen Symbolik der Glocken stärker Rechnung getragen werden soll. Vereinheitlicht wird auch das Tagzeitenläuten, das das ganze Jahr über auf 9 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr festgelegt wurde. Die neue Läuteordnung soll zum Glockenjubiläum im Dezember eingeführt werden.

Die PfarrerInnen der (evang.) Gemeinde Bischofsheim

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Die Liste der vorreformatorischen Bischofsheimer Pfarrer, wie sie in der Pfarrchronik wiedergegeben ist, ist leider recht unvollständig. Die chronologische Liste der 1858 begonnenen Chronik beginnt erst im Jahr 1566. Zusätzliche Namen sind am Rand notiert. Dadurch sind folgende vorreformatorische Pfarrer sind bekannt:
Evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer:
- Johannes Schaubert (1517) – 1565
- Georg Eler 1566 – 1577
- Adam Ulifer 1577 – 1592
- Christian Rupp 1592 – 1602
- Christoph Angelus 1602 – 1623
- Daniel Hirstenius 1623 – 1633
- Joh. Caspar Crausius 1633 – 1636
- Jeremias Held 1637 – 1641
- Burghard Liebenthal 1642 – 1657
- Joh. Konrad Bachmann 1657 – 1672
- Joh. Christoph Strack 1673 – 1688
- Joh. Peter Eckhard 1690 – 1702
- Joh. Heinrich Keyser 1703 – 1718
- Joh. Otto Zisler 1718 – 1739
- Just. Eberhard Henry 1740 – 1764
- Joh. Georg Lauer 1764 – 1778
- Dr. Joh. Wolfgang K. Link 1778 - 1788
- Friedr. Wilhelm Bichmann 1788 – 1826
- Phil. Wilh. Bonhard 1827 – 1848
- Phil. Peter Heber 1848 – 1859
- Phil. Saalfeld 1860 – 1867
- Ludwig Wahl 1868 – 1884
- Heinrich Kalbhenn 1885 – 1894
- Heinrich Dietz 1894 – 1902
- Friedrich Heddaeus (seit 19. Juni 1898), 1902 – 1947
- Dr. Heinrich Steitz 1947 - 1956
- Wilhelm Burghardt 1949 - 1951
- Heinrich Köhl 1956 - 1962
Seit 1957 wurde die damalige Pfarrvikarstelle im einjährigen Turnus von den Pfarramtskandidaten Horst Ackermann, Reinhold Hofmann, Georg Schmid, Dieter Grünewald, Helmut Marx, Runfried Schuster, Burkhard Heim, Gerhard Reiter besetzt. 1971 wird sie in eine Pfarrstelle umgewandelt
Im Sommer 1986 wurde eine Pfarrvikarstelle errichtet.
Nach dem Weggang von Frau Schütz im April 1998 hob die Kirchenverwaltung die Pfarrvikarstelle wieder auf.