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Weltweite Diakonie

Ev. Mainspitzgemeinden unterstützen gemeinsam "Brot für die Welt"

FAIRER HANDEL

Seit Jahrzehnten schon setzt die evangelische Hilfsaktion "Brot für die Welt" sich für einen fairen Handel mit den Erzeugerländern und insbesondere den Erzeugern selbst ein: Selbstvermarktung durch Kooperativen, gerechte Entlohnung, nachhaltige Entwicklung und - nicht zu vergessen - Produktion nach hohen ökologischen Standarts sind dabei die Kriterien.

Aus den eher exotischen Anfängen ist inzwischen nicht nur in vielen Bereichen wie der Erzeugung von Kaffee, Kakao, Tee, Bananen, Zucker und anderen Lebensmitteln ein ernst zunehmender Markt entstanden und die Produkte werden längst nicht nur auf Basaren oder in den Eine-Welt-Läden der Fair-Handels-Gesellschaft GEPA, sondern auch in ganz normalen Supermärkten angeboten.

Die Problematik von Lohn-Dumping, Ausbeutung und Landflucht hat uns inzwischen auch im eigenen Land eingeholt: Immer mehr Menschen müssen auch hierzulande im sogenannten Niedriglohnsektor zu Löhnen arbeiten, von denen sie ihre Familien nicht mehr ernähren können. Die sich häufenden Proteste der Landwirte über Erzeugerpreise, die nicht mehr kostendeckend sind und zur Aufgabe von Produktionszweigen, oder gar ganzen betrieben führen, haben uns wachgerüttelt und geben Anlass zu der Frage, ob und was wir aus den Erfahrungen der Fair-Handels-Organisationen lernen können. Der ökologische Ansatz schließlich hat das Bewusstsein für qualitativ hochwertige importierte Nahrungsmittel geschärft und richtet den Blick auch auf andere Importprodukte, wie etwa Kleidung und Stoffe.

So schafft "Brot für die Welt" und ihre Tochterinitiativen und Kampagnen ein immer stärkeres Bewusstsein, dass sich Probleme in unserer globalisierten Welt nicht mehr isoliert und lokal begrenzt betrachten lassen, sondern - früher oder später - alle betreffen.

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VOM PROJEKT ZUM HANDLUNGSFELD

Seit vielen Jahren kooperieren die evangelischen Kirchengemeinden in der Mainspitze bei der Unterstützung der weltweiten Diakonie.

So wurden gemeinsam "Brot für die Welt"-Projekte in Peru, Südkorea, Indien und zuletzt dem Sudan unterstützt.

Die projektbezogene Unterstützung der Arneit durch Kirchengemeinden hat "Brot für die Welt" aber zunehmend Probleme bereitet, da solche Spenden und Kollekten als zweckgebunden gelten, also nur für den entsprechenden Zweck zur Verfügung stehen, egal ob sie da zur Zeit gebraucht werden oder nicht. Das schränkt die Flexibilität der Arbeit von "Brot für die Welt" stark ein, die Arbeit auch vernünftiger Weise in den letzten Jahren zunehemnd mit der Katastrophenhilfe des Diakonischen Werkes verknüpft wurde.

"Brot für die Welt" bietet deshalb den Gemeinden an, die Spenden und Kollekten an Handlungsfeldern wie Ernährungssicherheit, Bildung, Klimaschutz, Menschenrechte und Frieden, Gesundheit und HIV/Aids etc. auszurichten. Die Gelder werden dann nur in diesem Handlungsfeld eingesetzt, können aber unterschiedlichen Projekten zugute kommen.

Vor diesem Hintergrund hat der Kirchenvorstand im September 2010 beschlossen, die in der Gemeinde aufkommenden Spenden und Kollekten dem Handlungsfeld "Fairer Handel" zufließen zu lassen.

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BEISPIEL: INDIEN

Über sechs Jahre haben wir dort das "Brot für die Welt"-Projekt gegen Kinderarbeit und Schuldknechtschaft unterstützt und konnten insgesamt rund 58.000,- € an das evangelische Hilfswerk überweisen.

Die ökumenische Organisation RCDRC (Raipur Churches Development & Relief Committee / Komitee für Entwicklung und Nothilfe der Kirchen in Raipur), Partnerin von "Brot für die Welt", sorgte in dem indischen Bundesstaat Chattisgarh dafür, dass rund 4000 Schuldknechte identifiziert und befreit werden konnten, ihnen der Staat ein Stück Land zuwies. Kinder und Jugendliche werden aus unwürdigen Arbeitsverhältnissen heraus geholt, in dem ihnen ein Schul- und Berufsausbildung ermöglicht wird.

Malik Ram zum Beispiel arbeitete als Schuldknecht bei einem reichen Grundbesitzer. Für einen zwölf- bis 14 Stunden-Tag bekam er nicht einmal den Mindestlohn, zu wenig, um seine Schuld jemals abarbeiten zu können. Mit Hilfe von RCDRC konnte er aus der Schuldknechtschaft befreit werden. Er erhielt vom Staat ein Stück Land zugeteilt. Das Komitee half ihm beim Bau eines Brunnens, so dass er sein Land jetzt wenigstens bewässern kann. Über das Programm für angepasste Technologie konnte er den Brunnen mit einer aus Fahrradteilen hergestellten Pumpe ausstatten. Damit kann Malik Ram mehr Gemüse anbauen und seine Familie besser ernähren. Der ehemalige Schuldknecht ist jetzt nicht nur frei, sondern auch Selbstversorger. Er kann seine Kinder zur Schule schicken und ist fest davon überzeugt, dass ihnen die Schuldknechtschaft erspart bleibt.

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BEISPIEL: SUDAN

Von 1983 bis 2004 wurde im Sudan ein brutaler Bürgerkrieg geführt. Millionen Vertriebene, Verwundete, Traumatisierte, Entrechtete und Tote sind das traurige Resultat dieses Krieges.

Twic im Norden der südsudanesischen Provinz Bahr al-Ghazal (auf Deutsch "Gazellenland") zählt rund 500.000 Einwohner in sechs Gemeinden. Viele davon sind Kriegsvertriebene, denn an der Nordgrenze von Bahr al-Ghazal verläuft die Front zwischen Rebellen und Regierungsarmee.

Seit dem Jahr 2000 orgainisert die Selbsthilfeorganisation SUPRAID (Sudan Production Aid) jedes Jahr ein großes Sorttunier in der Region. Leichtathletik, Fußball, Volleyball und andere Sportarten stehen auf dem Programm der "Twic Olympics", nicht zu vergessen Speerwerfen, das die Nomadengesellschaften dieser Region besonders gut beherrschen. Die Idee ist, dass die Jugendlichen es vorziehen, Wettkämpfe im Spiel auszutragen, anstatt sich von den Kriegsparteien zur gegenseitigen Bekämpfung ausnutzen zu lassen.

Zwei- bis sechstausend Menschen nehmen jedes Jahr an diesem Fest teil. Die Gewinner erhalten eine dieselbetriebene Getreidemühle. Um sie lohnt es zu kämpfen: Die Maschine wird das Leben in den Dörfern, in denen das Mehl noch stundenlang von Hand gestampft wird, gründlich umkrempeln.

Damit Bäuerinnen und Bauern unabhängig von Nahrungsmittelhilfen werden, bietet SUPRAID Schulungen für verbesserte Anbaumethoden an. Traditionell besitzen die Menschen in der Region Kühe und Ochsen, doch haben sie ihr Land bisher mühsam mit einer Hacke in gebückter Haltung beackert. Bei SUPRAID lernen die Bäuerinnen und Bauern, das Feld mit Ochsenanspannung und einem Pflug zu bearbeiten. Doch auch dank neuer Anbauprodukte wie Reis, Zuckerrohr, Süßkartoffeln und Bananen verbessert sich der Lebensstandard vieler Familien.

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SPENDENSTAND:
Spenden-Barometer
Rund 23.000 € an Spenden und Kollekten kamen seit dem 1. Advent 2007 für das Projekt im Sudan zusammen.  mehr...
BILDER
Markierung Bilder-Galerie Gepa-Logo
Die kirchliche Fair-Handels-Gesellschaft GEPA organisiert schon seit Jahrzehnten fairen Handel. mehr...
Malik Ram hat einen eigenen Brunnen
Malik Ram hat einen eigenen Brunnen
Twic Olympics
Unter dem Motto "Sport für Frieden und Entwicklung organisiertSUPRAID "Olympische Spiele" in einem Krisengebiet.
Reiche Ernte
Bei SUPRAID lernen die Bäuerinnen und Bauern, das Feld mit Ochsenanspannung und einem Pflug zu bearbeiten.

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Gemeinde in der EKHN
EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE BISCHOFSHEIM

Darmstädter Straße 6 - 65474 Bischofsheim
Tel: 06144-7430 - FAX: 06144-94427
Email-Kontakt
ViSdP: Klaus Bastian

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